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Staat reagiert zu spät auf Preisanstieg für Energie

Zur Berichterstattung über die Inflation (Wirtschaftsteil):

Noch bis weit ins vergangene Jahr hinein herrschte bei den Regierenden die Überzeugung vor, dass man die Energiewende zur Rettung des Klimas ganz wesentlich durch steuerliche Lenkung forcieren kann. Der höhere Preis sollte es richten und Bürger in die umweltfreundliche Richtung stupsen. Dazu die dicken Prämien für umweltfreundliche Antriebe und fertig war das Konzept. Pustekuchen: Wer auf diese Weise seine Spielräume offenlegt, lädt den Markt zu Preiserhöhungen ein. Die Hersteller von E-Fahrzeugen legten – im Bewusstsein der stattlichen Prämien – beim Verkaufspreis jede Zurückhaltung ab. Die Inverkehrbringer von Energie sehen sich steigenden Bedarfen, Krisen und Verknappungen gegenüber, was schon immer für höhere Preise sorgte. Und die Energiekosten wirken in anderen Bereichen wie ein Treibsatz. Die Mehrheit der Verbraucher kann höheren Belastungen allenfalls durch Sparen und Verzicht ausweichen und ruft nach dem Staat, der jedoch mit seiner Kompensation hoffnungslos verspätet ist. Mit einigen Maßnahmen hat er sogar die Inflation angeschoben und sieht sich nun Folgen in Form sozialer Probleme, Lohn-Preis-Spiralen und einem Zinsanstieg konfrontiert. Welche Überraschung! Die Prämien fürs E-Auto haben die Bürger gerne genommen. Aber, selbst die neuen Elektro-Automobilisten oder Wärmepumpenbesitzer werden nervös, wenn die Stromkosten das Umstiegs-Konzept zu verderben drohen. Dazu kommt die Erkenntnis, dass höhere Steuern sofort weitergereicht werden, Entlastungen dagegen leicht versickern und beim Verbraucher nicht ankommen. Gut möglich, dass bei den kommenden Landtagswahlen erste Denkzettel fällig werden. Schlimm könnte es werden, wenn die neue Unsicherheit die Wirtschaft lähmt.

Norbert Vogel

Schechen

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