Sprache wird ideologisch verändert

Eine fast unscheinbare Änderung: Im Ringen um eine geschlechtergerechte Sprache prescht der Duden vor. Mieter sind für ihn jetzt nur noch Männer.
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Eine fast unscheinbare Änderung: Im Ringen um eine geschlechtergerechte Sprache prescht der Duden vor. Mieter sind für ihn jetzt nur noch Männer.

Zum Artikel „Mannomann“ auf der Seite „Kultur & TV“ und zu Gendersternchen und die Frage der Gewöhnung (Leserbriefe von Dr.

Klaus Carsten sowie Josephine Jäger und Milena Hoffmann):

Ich möchten mich bei den Gender-Fans der Duden-Redaktion für ihre lustigen Beiträge bedanken. Gerade in der derzeitigen Situation ist es gut, mit humorvollen Einlagen unsere Gemüter etwas aufzuhellen. Erste Wahl für das lustigste Wort des Jahres ist zweifellos „Bösewichtin“ und verweist den Spaßbeitrag „Einfamilienhausverbot“ von Anton Hofreiter weit auf die Plätze. Nun muss ich sicher auch meinen Sprachgebrauch mit Blick auf den überarbeiteten Duden überdenken – rufe ich doch seit über 50 Jahren meine Frau mit „mein Schatz“. Richtiger wäre „meine Schätzin“; aber halt, dann würde meine Frau den Psychiatrischen Notdienst einschalten… Also lasse ich es besser so, wie’s normal ist. Auch haben unsere diversen Mitbürger:? (d) nicht nur einen Anspruch auf eigene Toiletten, sondern auch auf eine gender-gerechte Berufsbezeichnung. Also liebe Duden-Redakteure, es gibt noch viel Arbeit in Bezug auf das Verunstalten unsere deutschen Sprache.

Dieter Bormann

Gstadt

„Die Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs wurden befragt.“ Das ist wohl diskriminierend, denn nicht nur Männer wurden befragt. Doch dies ändert sich jetzt mit kräftiger Unterstützung des Duden wegen der Entfernung des generischen Maskulinum in der Online-Edition. Wie Dr. Klaus Carsten in seinem Leserbrief richtig festgestellt hat, wirken Begriffe wie „Gästin“ oder „Bösewichtin“ einfach nur lächerlich. Sogar das harmlose Wort „Mieter“ ist dem Genderunfug ausgesetzt. „Mieter“ wird jetzt so definiert: „Substantiv, maskulin – männliche Person, die etwas gemietet hat“. Mir fehlt die Einsicht, dass irgend einer Frau damit geholfen ist, wenn der Duden online ergänzt: „Substantiv, feminin – weibliche Person, die etwas gemietet hat“. Unzählige weitere Personenbezeichnungen sind ebenso künstlich angepasst worden. Es scheint, als ob der Duden damit willfährig einer feministischen Bewegung folgt, die ohne Konzept und Berechtigung Sprache und Rechtschreibung ideologisch verändern will. Genderstern, Doppelpunkt, Unterstrich, Schrägstrich, alles findet sich in Worten wieder. Doch das generische Maskulinum ist geschlechtsneutral und schließt alle Geschlechter ein, sagte das Bundesverfassungsgericht 2018, aber das interessiert Feministinnen nicht, die sich so gar nicht wahrgenommen fühlen. Gleichberechtigung ist absolut erstrebenswert. Deshalb ist gegen Diskriminierung auch vorzugehen. Aber Sprache und Rechtschreibung diskriminieren nicht. Niemand hat das Recht, unser Gemeingut Sprache zu beschädigen. Ich gewöhne mich nicht an Gendersprech wie: Einwohner*in oder Einwohnende, Oberlehrer*in oder Oberlehrende, Bürger*innen*meister*innenwahlen, oder: „der*die Fußgänger*in oder zu Fuß Gehende, der*die Busfahrer*in oder Busfahrende, Bürger*insteig*.

Hugo Gollinger

Rosenheim

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