A94 sorgt für reichlich Gesprächsstoff

Das Teilstück der A94 zwischen Heldenstein und Pastetten durch das Isental wurde vor über drei Monaten eröffnet. dpa
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Das Teilstück der A94 zwischen Heldenstein und Pastetten durch das Isental wurde vor über drei Monaten eröffnet. dpa

Zum Bericht „Kürzere Fahrzeit gegen mehr Lärm – 100 Tage nach Eröffnung geht der Streit um die A94 weiter“ (Lokalteil):

Mit Interesse habe ich die Berichte über das neue Teilstück der A 94 gelesen. Die Diskussion erfasst jedoch nicht das Grundproblem. Das Grundproblem ist das rasant anwachsende Verkehrsaufkommen und die damit verbundene zunehmende Belastung aller Betroffenen.

Lesen Sie hier: Kürzere Fahrzeit gegen mehr Lärm: 100 Tage nach Eröffnung geht der Streit um die A94 weiter

Die Lösung liegt nicht in Tempolimits, Lärmschutzwänden, Flüsterasphalt oder E-Autos. Es bedarf der Erweiterung eines leistungsfähigen ÖPNV-Netzes, auch auf dem Land, und, was noch wichtiger ist, weil der größte Lärm vom Lkw-Verkehr ausgeht, der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Dazu muss das Schienennetz erweitert werden und die Bahn muss attraktiver, heißt flexibler werden. Es ist ein ziemlicher Unfug, wenn die Güter auf der Straße transportiert werden und die Bahn darf das Leergut zurückbringen. Ich weiß, wovon ich spreche, denn mein Vater war Lokführer.

Georg Gottinger

Taufkirchen

"Lärm schadet der Gesundheit"

Nachdem die A 94 in Betrieb genommen wurde, stellen neben den Anwohnern auch Politiker der CSU fest, dass von dieser Autobahn unerträglicher Lärm ausgeht.

Kurz zur Erinnerung: Die Autobahntrasse Dorfen wurde von den Herren Stoiber, Huber und Beckstein wider alle Vernunft durchgesetzt. Selbst die Autobahndirektion Süd hat nicht zu dieser Trassenführung geraten. Diese Trasse ist, ganz nebenbei erwähnt, um mindestens 300 Millionen Euro teurer als die alternative Trasse über Haag. Erst jetzt wurde bekannt, dass ein Teil der Lärmproblematik auf eine Tektur im Jahr 2015 zum Planfeststellungsbeschluss von 2009 zurückzuführen ist. In dieser Tektur wurde auf wesentliche Elemente des Schallschutzes verzichtet. Die ursprüngliche Schallminderung um acht Dezibel wurde auf vier reduziert. Begründet wurde es damit, die jetzt verwendeten Glaselemente würden die Autobahn „verschlanken“ und besser in das Landschaftsbild passen.

Das Isental ist durch die Autobahn ohnehin zerstört. Da spielt es auch keine Rolle mehr, wenn die Schalldämmelemente undurchsichtig sind. Wichtig ist, dass die Menschen die beiderseits der Autobahn leben, so gut es geht, vor dem Lärm geschützt werden. Da darf es auch keine Rolle spielen, wenn zusätzlich Kosten entstehen. Lärm schadet der Gesundheit der Menschen und der Staat muss die Menschen schützen. Das vorläufig geplante Tempolimit von 120 km/h bringt nicht viel, wenn für Lkw das Limit nicht auf 60 km/h herabgesetzt wird – und zwar ganztägig.

Jörg Asperger

Lengdorf

"Ruhe in Maitenbeth"

Nach Jahrzehnten heftiger Diskussionen, Protesten und Gerichtsverfahren, von gewählten Abgeordneten so beschlossen und nach langer Bauzeit wurde die A94 fertig.

Wie bei allen Entscheidungen gibt es Gewinner – die Anwohner der B 12 von Heldenstein bis Forstinning (weniger Verkehr und mehr Ruhe) – aber auch Verlierer. Allerdings wurde an der Autobahn in Sachen Lärmschutz für die Anlieger wesentlich mehr geleistet als an der B 12. Ein Tempolimit von 120 km/h ist in meinen Augen aber ein guter Kompromiss. Hart formuliert: Es war eine politische rechtmäßig geprüfte Entscheidung, die A 94 so zu bauen, mit der Konsequenz, auch Anlieger zumutbar zu belasten. Der Herr gibt die Ruhe in Maitenbeth, nimmt die Ruhe im Isental.

Wolfgang Schönfelder

Mühldorf

Es "rumpelt, rattert, knallt"

Das neue Teilstück der A94 bereitet seit Anfang Oktober allen Anwohnern der Trasse und auch Menschen, die nie damit gerechnet haben, weil sie weit weg von der Trasse wohnen, unbeschreiblichen Lärm. Tag und Nacht rumpelt, rattert, knallt und pfeift es nun rund um unsere Häuser und Anwesen, denn den verbauten Lärmschutz kann man teilweise nur als Witz bezeichnen.

Ich frage mich ernsthaft, ob irgendeiner der Verantwortlichen der ARGE, der Autobahndirektion und auch der Regierung jemals das gerichtlich festgelegte Planfeststellungsverfahren aus 2009 gelesen hat. Als erster, einfachster, schnellster und kostengünstiger Schritt zur Lärmreduzierung wird ab Februar 2020 ein Tempolimit eingeführt.

Als direkter Anwohner bin ich froh und dankbar über diesen ersten Schritt und hoffe, dass noch weitere Schritte zur Minderung der Lärmbelastung für die Anwohner folgen. Denn Blabla-Veranstaltungen zum Thema A 94 mit CSU-Politikern habe ich leider schon viel zu oft besucht. Wir werden sehen, was die Lippenbekenntnisse von Herrn Ministerpräsident Söder nach den Kommunalwahlen noch wert sind. Versprochen wurde uns schon oft viel, gehalten wurde leider und so muss ich das wirklich sagen, nichts!

Sandra Bauer

Dorfen

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