Situation treffend analysiert

Zum Artikel „Linnemann gegen Einschulung bei mangelnden Deutschkenntnissen“ (Politikteil):

Herr Linnemann analysiert die Situation treffend. Prompt wird er heftig kritisiert. Ich bezweifle, dass diese Kritiker in solchen inhomogenen Klassen jemals unterrichtet haben. Problematisch ist es nicht nur in den so wichtigen Grundschulklassen, sondern es zieht sich durch alle Schularten. Schon eine kleine Anzahl von Schülern mit unzureichenden Deutschkenntnissen behindert einen normalen Unterrichtsablauf und ist eine Herausforderung für einen einzelnen Lehrer.

Hat man das (eher seltene) Glück mit einer zweiten Lehrkraft, ist eine Förderung im gleichen Raum auch nicht optimal. Ein eigner Raum steht häufig nicht zur Verfügung. Unter diesen Rahmenbedingungen ist es schwierig, die Lerninhalte des Lehrplans vollständig zu vermitteln – und der Kollege der nächsten Jahrgangsstufe „freut“ sich über die Lücken.

Natürlich sammelt man in diesen Klassen wertvolle Kenntnisse in Sozialkompetenz, aber dies darf nicht zulasten von anderen Kernkompetenzen gehen. Bei den bestehenden Rahmenbedingungen ist die Belastung der Lehrkräfte sehr hoch und man muss mit der Konsequenz leben, dass auf Dauer die Qualität des Unterrichts sinkt. Ein Ausweichen auf die Privatschule ist sicher keine Lösung für Normalverdiener. Eine solide Schulbildung muss auch an normalen Schulen möglich sein, aber dazu brauchen wir die erforder lichen Rahmenbedingungen.

Franz Heigl

Edling

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