Sicher beim Zahnarzt

Zum Bericht „Zahnschmerzen in Corona-Zeiten“ im Regionalteil):

Mit gemischten Gefühlen habe ich den Beitrag zum Thema Zahnbehandlung in Corona-Zeiten zur Kenntnis genommen. Gedacht war er vielleicht, um die Patienten auch ein Stück weit zu informieren, dass eine Zahnbehandlung zurzeit problemlos möglich ist. Dies ist aber nur zum Teil gelungen. Im ersten Absatz schreiben Sie, dass viele Praxen im Landkreis geschlossen hätten oder Notbetrieb fahren würden. Das klingt für Patienten irgendwie beängstigend. Einen Beleg dafür liefern Sie aber nicht. Im Gegenteil, weiter hinten heißt es, dass ja nur 3,7 Prozent aller Praxen in Bayern geschlossen sind. Das sind also nicht viele! Des Weiteren tragen Formulierungen wie „...Aerosol-Wölkchen könnten sich Viren besonders gut halten und über die Luft verbreiten“ zur weiteren Verunsicherung bei. Die Aussage ist reine Spekulation und wird auch vom Robert-Koch-Institut als nicht evident bezeichnet.

Besonders ärgerlich ist auch die offensichtlich veraltete Aussage der Kolbermoorer Zahnärztin Claudia Michl, dass es einen Rettungsschirm für Zahnärzte geben werde. Dem ist ja nicht so, wie inzwischen bekannt ist. Richtig ist dagegen vielmehr, dass so gut wie alle Zahnarztpraxen arbeiten. Die Zahnarztpraxen im Landkreis Rosenheim wurden durch den Krisenstab des Landkreises hervorragend mit Material unterstützt, von einer nachrangigen Behandlung kann keine Rede sein. Alle zahnärztlichen Behandlungsmaßnahmen können problemlos und mit höchster Sicherheit für Patient und Personal durchgeführt werden.

Dr. med.dent.

Wolfgang Giess

Rosenheim

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