Seltsame Tierliebe

Zum Bericht „Jetzt beginnt die Rehkitzrettung“ (Regionalteil):

Ich finde die Idee der Rehkitzrettung lobenswert und richtig. Gleichzeitig entgeht mir hier aber nicht eine gewisse Ironie. Tierfreunde (auch Jäger) spenden Geld und stehen nachts auf, um Tierbabys zu retten, damit sie dann später potenziell vom Jäger geschossen werden können. Der Tod kommt – bei einem guten Schuss – vielleicht schneller, aber tot ist tot. Ein Großteil der Wiesen wird nur gemäht, um beispielsweise Milchkühe zu füttern. Kühe und ihre männlichen Tierbabys (Kälber) werden ebenfalls früher oder später geschlachtet. Im Falle der Kälber, früher. Hier zeigt sich wieder Speziesismus in seiner Reinstform. Vielleicht essen die Retter und Tierfreunde mittags ein Kalbsschnitzel oder einen Rehbraten? Tierliebe hat auch etwas mit dem zu tun, was auf dem Teller liegt. Weniger Milch und weniger Fleisch bedeuten weniger Rehkitze, die gerettet werden müssen.

Andreas Kulot

Rosenheim

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