Aus der Seele gesprochen

Zum Leserbrief von Wilfried Rahe „Zeitgeist hat sich geändert“:

Wie freute ich mich, das zu lesen. Nicht die „Gute Nachricht“ (100 Euro für die Eltern, die in Bayern ihre Kinder in die Krippe geben), sondern den gelungenen Leserbrief des Herrn Ruhe. Er spricht mir, Mutter von drei Kindern und Erzieherin in einem ländlichen Kindergarten, aus der Seele. Es soll meiner Meinung nach nicht als Nonplusultra gelten, die Kinder von klein auf fremdbetreuen zu lassen – mit Krippe, Mittagsbetreuung, Abendbetreuung und auch Wochenendbetreuung. Gerne nachzulesen aktuell auf der Seite des Bundesministeriums. Um die Übernachtung möglichst familiennah zu gestalten, hat eine Kita einen Fragebogen für Eltern entwickelt. Sie können dort die Schlafgewohnheiten und Wünsche ihrer Kinder beschreiben: Schläft das Kind lieber in einem Pyjama oder in Unterwäsche? Benötigt es zum Einschlafen ein Kuscheltier, ein Tuch oder einen Schnuller? Welche Rituale sind dem Kind wich-tig? Außerdem unterhalten sich die Erzieherinnen und Erzieher regelmäßig mit den Eltern über die aktuellen Gewohnheiten und Einschlafrituale der Kinder. Diese Informationen werden in einem „Nachtdienst-Ordner“ gesammelt. Zudem wird in einem „Nachtprotokoll“ festgehalten, wie die Übernachtung gelaufen ist.“ Wo bleibt das Kind? Ich hoffe die Hirnforscher werden „erhört“, Kinder brauchen Wurzeln und feste Bezugspersonen.

Mir ist wohl bewusst, dass in einigen Fällen aufgrund der Familiensituation eine Berufstätigkeit beider Eltern vonnöten ist. Ferner gibt es Alleinerziehende, die auf veränderte Betreuungszeiten angewiesen sind. Dennoch haben wir verlernt, vom Kind her zu denken. Politik und Wirtschaft bestimmen uns!

Andrea Steiner

Vagen

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