Schwach im Rechnen

Zum Bericht „Die Mühldorfer Entbindungsstation bleibt vorerst geschlossen“ (Lokalteil):

Laut Interview müssen auf der Geburtenstation stets zwei Hebammen im Dienst sein – eine davon in Bereitschaft – und dafür seien insgesamt sechs Angestellte ausreichend.

Mal angenommen, die Hebammen haben je sechs Wochen im Jahr Urlaub, sind zwei Wochen krank und arbeiten 40 Stunden in jeder der verbliebenen 44 Wochen. Dann leistet eine von ihnen 1760 Arbeitsstunden jährlich. Das Jahr hat bekanntlich 8760 Stunden. Dividieren wir diese durch die Arbeitsleistung, ergibt sich ein Bedarf von ziemlich genau fünf Hebammen, die allein dafür notwendig sind, dass eine ständig im Dienst ist. Hierbei ist wohlgemerkt noch keine Übergabezeit bei Schichtwechsel berücksichtigt, keine Teilzeitarbeit und es dürfen theoretisch auch nie zwei Hebammen gleichzeitig ausfallen (also beispielsweise eine im Urlaub und eine weitere erkrankt), sonst gibt es schon Lücken. Hebamme Nummer 6 ist also als Puffer notwendig. Und wer soll jetzt bitte die 8760 Stunden Bereitschaft noch abdecken? Die Gewährleistung der notwendigen Besetzung ist mit lediglich sechs Personen demnach nicht möglich.

Das Klinikum sollte also entweder das nötige Personal einstellen oder die Sta tion konsequenterweise ganz schließen, aber bitte nicht den Angestellten und Bürgern/Patienten weiter Märchen von einer funktionierenden Versorgung auftischen.

Anne De Kruijff

Mühldorf

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