Schutz vor Infektion ist wichtiger

Zum Bericht „Sitzabstand: Polizei kontrolliert die Gastronomie“ (Lokalteil):

Max-Josefs-Platz am 18. März, mittags. Aufsehen wegen eines Polizeieinsatzes bei der Gaststätte Stockhammer im Außenbereich. Grund? Einer der größten Gastronomen in Stadt und Landkreis Rosenheim missachtet die Allgemeinverfügung der Staatsregierung, für eineinhalb Meter Abstand zwischen den Gästen zu sorgen. Stattdessen sitzen die Gäste Schulter an Schulter. Die Beweggründe, die der Betreiber der Gaststätte, Manfred Kirner, vorbringt, sind erstaunlich.

„Es lohne sich einfach nicht, wenn man sowieso um 15 Uhr zusperren muss, dann auch nur jeden zweiten Tisch besetzen zu dürfen.“ Im Klartext: Für Umsatz und Gewinn hat Herr Kirner billigend in Kauf genommen, dass sich seine Gäste infizieren könnten.

Dann kündigte er an, umgehend Kurzarbeit anzumelden, denn die Absage des Starkbierfestes in Raubling musste er auch noch verkraften. Und schließlich wäre noch offen, wie er den Schaden stemmen wolle. Herr Kirner ist auch noch Festwirt im Flötzingerzelt beim Herbstfest, wo er sicher ein paar Euro zurücklegen konnte, um nicht dem Ruin ausgesetzt zu sein.

Mein Mitleid hält sich in Grenzen angesichts der Tatsache, dass seine Tischordnung im Freien von Montag, dem Tag der staatlichen Verfügung, bis zum darauf folgenden Mittwoch, gesundheitsgefährdend war, bis die Polizei dem Spuk ein Ende bereitete.

Das Polizeipräsidium Oberbayern muss nicht zuletzt wegen solcher Verstöße gegen die Allgemeinverfügung von der Bereitschaftspolizei unterstützt werden. Ist jemand als Starkbierfest- und Festwirt geeignet, der sich über staatliche Verfügungen seines Profites wegen hinwegsetzt? Zum Verständnis: Ich bedauere alle Gastronomen, die mit Anstand die Krise zum Schutz der Risikogruppe bewältigen müssen.

Hugo Gollinger

Rosenheim

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