Schritt zur „autogerechten Stadt“

Zum Artikel „Zollner kündigt 450 neue Stellplätze an“ (Lokalteil):

450 neue Stellplätze in der Mühldorfer Innenstadt hat Frau Zollner angekündigt. Damit wären wir einen Schritt weiter zur „autogerechten Stadt“. Wollen wir das wirklich? Schon heute beschweren sich alle über verstopfte Straßen, verpestete Luft (die vor allem Fußgänger und Radfahrer einatmen).

Wie glaubwürdig ist es, wenn gleichzeitig ein neues ÖPNV-Konzept verabschiedet wird (das leider wenig nutzerfreundlich ist und auf Dieselbusse setzt) und angeblich das Radfahren gefördert werden soll? Wie viele Menschen werden auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad umsteigen, wenn jetzt noch mehr Anreize geschaffen werden, „bequem“ die Müldorfer Altstadt mit dem Auto zu besuchen und möglichst keinen Meter zu Fuß zu gehen? Gibt es etwa ein Menschenrecht auf einen Parkplatz?

Während andere Kommunen längst gegensteuern, den Menschen gegenüber dem Auto wieder mehr Raum geben und dadurch eine lebenswertere Stadt schaffen, machen wir munter weiter und stöhnen nachher über den Verkehr.

Ja, vielleicht gehört etwas Mut dazu, auch mal in eine andere Richtung zu denken: Mehr und sichere Radwege, Bushaltestellen, wo sie gebraucht werden, Verkehrsberuhigung wo immer möglich (die Brunnhuberstraße ist ein positives Beispiel dafür). Wir alle können einen Beitrag leisten und öfter überlegen: Brauche ich für diesen Weg wirklich das Auto?

Adelheid Kückelhaus

Mühldorf

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