Schlachthöfe im Brennpunkt

Schweinehälften in einem Schlachthof: Der Corona-Ausbruch bei Tönnies hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Fleischindustrie gelenkt.
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Schweinehälften in einem Schlachthof: Der Corona-Ausbruch bei Tönnies hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Fleischindustrie gelenkt.

Zu „Saustall Schlachthof: Die Käufer können umsteuern“ (Kommentar von Christian Deutschländer) und zu „Tierwohlabgabe: Das ist der falsche Weg“ (Kommentar von Christian Vordemann) im Politikteil:

Ich finde es gut, dass es in Zukunft diese unseligen Werksverträge nicht mehr gibt, und ich bin auch kein Fan von großen Schlachthöfen, aber wie kommt Herr Deutschländer zu der Aussage, dass es in Deutschland quälende Tiertransporte in die Schlachthöfe gibt? Das stimmt einfach nicht. Natürlich fänden wir Bauern es auch toll, wenn „der Verbraucher“ regional einkaufen würde. Aber. Er. Tut. Es. Nicht. Es wird mehr, ja das stimmt, aber ein Münchner oder Berliner tut sich letzten Endes schwer damit, regional einzukaufen. Darum braucht es weiterhin Firmen wie Tönnies und Co. Und auch diese Firmen achten darauf, dass Tiere ohne Stress und Quälerei geschlachtet werden. Auch bei Herrn Vordemann wäre es nicht verkehrt gewesen, sich erst mit der Nutztierstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums zu beschäftigen. Dann wüsste er, dass es zwar eine Förderung für Stallbauten gibt, die mehr Tierwohl bieten, dies aber nicht ausreicht, um Landwirten langfristig eine Perspektive zu bieten. Ich bin Schweinehalter und ein Großteil meiner Kollegen hat in den letzten Jahren die Schweinehaltung aufgegeben oder hat es vor. Höhere Auflagen ohne finanziellen Ausgleich führen zur Aufgabe der kleineren Höfe. Und der Preis steigt eben nicht, wenn wir Bauern mehr in Sachen Tierwohl investieren. Mit den Vorstellungen, die zurzeit im Bundesrat debattiert werden, müsste ich eine halbe Million Euro investieren, ohne danach einen Euro mehr zu verdienen. Wir brauchen eine Tierwohlabgabe, damit die landwirtschaftliche Jugend wieder eine Perspektive hat. So, wie derzeit, wo einerseits mehr Tierwohl gefordert wird und andererseits die Importe zum Beispiel von Rindfleisch erhöht werden, kann es auf alle Fälle nicht mehr weitergehen. Denn das ist der Tod der bäuerlichen Landwirtschaft, wie wir sie derzeit vorfinden.

Gerhard Langreiter

Oberneukirchen

Wo bleibt der Aufschrei der Bevölkerung und des Tierschutzes über diesen Horror, der in den Schlachthöfen abläuft? Es wird nur immer von den armen Arbeitern berichtet, aber die armen Tiere werden gar nicht erwähnt. Dieses billige Fleisch landet dann in Plastik verpackt in den Supermärkten. Wenn dann das Datum abgelaufen ist, kommt es in den Müll! Unsere Landwirtschaftsminister haben null Mitgefühl für diese Tiere, sonst müssten sie schon längst etwas an den Verhältnissen geändert haben. Der Überfluss in den Läden kann einem nur noch Angst machen. Seit Corona ist es sogar noch schlimmer geworden.

Maria Heigenhauser

Reit im Winkl

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