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OVB-Leserforum

Russland – Nato-Opfer oder Aggressor? Frage wird von unseren Lesern hitzig debattiert

Seit Wochen bombardieren russische Truppen und ukrainische Separatisten die Hafenstadt Mariupol. Tausende von Zivilisten sollen ums Leben gekommen sein.
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Seit Wochen bombardieren russische Truppen und ukrainische Separatisten die Hafenstadt Mariupol. Tausende von Zivilisten sollen ums Leben gekommen sein.

Ist Russland in erster Linie ein Aggressor - oder hat sich die NATO in der Vergangenheit falsch verhalten und Russland gar provoziert? Das sagt unsere Leserschaft:

Nikolaus Oppenrieder (Rosenheim): Die Schrecken des Krieges überziehen die Lande. Viele geben jetzt vor, zu wissen, dass man das Unheil hätte kommen sehen können. Ausländische Vertreter werfen gerade Deutschland vor, Putin nicht früh und massiv in die Schranken verwiesen zu haben. Manche, wie Herr Steinmeier, zeigen sich deshalb zerknirscht. Und viele wissen jetzt auch, was Deutschland nun tun sollte. Etwa sofort alle Energieimporte aus Russland einstellen. Das wäre moralisch richtig und wahrscheinlich auch sehr wirkungsvoll. Ein solcher Schritt und die daraus resultierenden Folgen wollen aber sehr sorgfältig abgewogen sein. Und genau das passiert gerade in unserem Land. Es geschieht nicht mehr, wie in zwei vorangegangenen Kriegen, dass das Volk aufgewiegelt wird und dann mit lautem Hurra in die Schlacht stürmt. Der Vorgang wird sachlich untersucht, breit diskutiert und demokratisch beschlossen, was als die insgesamt beste Lösung in einer sehr schwierigen Lage erscheint. Das ist ein großer Fortschritt und zeugt von einer geläuterten Nation, die innerhalb von Jahrzehnten eine starke und stabile Demokratie aufgebaut hat. Andere Mitglieder der EU, wie etwa Polen und Ungarn, sind dagegen auf geradem Wege dabei, die Muster zu kopieren, die jetzt in Russland gelebt werden und mitten ins Unglück geführt haben. Die Grundlagen autokratisch regierter Staaten sind dort längst gelegt. Die EU muss aufzeigen, dass solches Tun in der Gemeinschaft der europäischen Völker keinesfalls toleriert werden kann. Ohne Tabus und ohne diplomatische Schwurbeleien, müssen diese Regierungen glaubhaft vor harte Konsequenzen gestellt werden. Wehret den Anfängen. Soll später nicht gesagt werden können: „...mal wieder alles verschlafen“.

Johann Pelzl (Rosenheim): Zweifellos ist alles, was im Ukrainekrieg geschieht, grausam und auf das Äußerste zu verurteilen. Insbesondere die Verbrechen an der Zivilbevölkerung verlangen nach konsequenter Aufklärung. Allerdings irritiert mich die Berichterstattung zu den Vorfällen in Butscha. Satellitenaufnahmen von Mitte März sollen zeigen, dass bereits zu diesem Zeitpunkt getötete Zivilisten auf den Straßen lagen, von denen Bilder dann am 2. April aufgenommen wurden. Ich frage mich, wie es sein kann, dass bei einem Leichnam, der über zwei Wochen auf der Straße liegt, keinerlei Leichenmerkmale zu sehen sind. Keine Totenflecken, kein Verwesungsbeginn, kein Insektenbefall, kein Tierverbiss. Und was bedeuten die wulstartigen Ausprägungen unterhalb der Handwurzeln? Es wäre interessant zu erfahren, wie forensische Experten dies erklären.

„Putin wähnt sein System in Gefahr“

Norbert Vogel (Schechen): Mit ihren Beiträgen wollen die Leserbriefschreiber Kronthaler und Schönauer wohl austesten, wie weit die Toleranz der Leser geht. Es ist haarsträubend, wie beide die Realität ausblenden, die russische Propaganda übernehmen und für Verständnis für den terroristischen Unrechtkrieg werben. Der eine sieht Russland eingekesselt, was angesichts der geopolitischen Gegebenheiten absurd ist. Der andere hält sogar die Nato/USA für den eigentlichen Aggressor. Putins brutale Einsätze in Georgien, Tschetschenien und Syrien oder auch die Besetzung der Krim spielen für beide keine Rolle. Der Warschauer Pakt löste sich 1991 auf und entließ seine Mitgliedsstaaten in die Freiheit. Das Nation-Building verstärkte sich, und die Mehrheit dieser Staaten entwickelte über die Jahre demokratisch-marktwirtschaftliche Strukturen. Jahre später bewarben sich Polen, Tschechien und Ungarn um Aufnahme in die Nato, schließlich rüstete der große Nachbar massiv auf. Die Ukraine blieb außen vor, weil Merkel und Macron im Jahr 2014 aus Rücksicht auf Russland Nein sagten. Die Demokratie in Russland steht unter Putin nur noch auf dem Papier. Die Opposition wird behindert oder gleich verboten, die Medien werden zensiert oder gleichgeschaltet. Putin sieht mit Argwohn den wachsenden Wohlstand in ehemaligen Vasallenstaaten. Das „Brudervolk“ in der Ukraine sollte nicht auch noch an seinen Russen vorbeiziehen. Letztlich wähnt Putin sein System in Gefahr – daher dieser schlimme Krieg und der Versuch, seinen Machtbereich auszudehnen. Wirtschaftliche Kooperation ist für ihn keine Denkkategorie. Russlands Wirtschaftserfolge gründen sich auf den Energieexporten, wo er mit dem Aufkommen von erneuerbaren Energien aber seine Perspektiven schwinden sieht. Irgendwann muss er mit unzufriedenen Russen rechnen.

Holger Mairol (Kolbermoor): Der Leserbrief des Herrn Kronthaler hat mir Tränen der Rührung in die Augen getrieben, habe ich den „Schlächter“ und „Angriffskrieger und Kindermörder aus dem Kreml“, Putin, doch falsch eingeschätzt. Der Angriffskrieg auf die Ukraine war eindeutig der grenzenlosen Menschenliebe des russischen Machthabers geschuldet. Wenn es in meiner Macht stünde, würde ich den „Meister grenzenloser Menschlichkeit“ für den Friedensnobelpreis vorschlagen! Hätte Putin nicht die guten Gründe für die „Sonderoperation“ der Welt erklärt, wäre wohl die Nato ihm zuvorgekommen und hätte Russland mit einem unmenschlichen Krieg überzogen. Auch der Zweite Weltkrieg ging von „wahren Fakten“ aus, haben doch die bösen Polen (deutsche Soldaten in polnischen Uniformen) den Sender Gleiwitz angegriffen. Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, jedoch der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn! (Aus Schillers „Lied von der Glocke“)

„Wir haben offenbar nur Ja-Sager!“

Lothar Schultz-Pernice (Rosenheim): Die bisherigen Sanktionen des Westens haben keine Wirkung gezeigt. Wenn man Putin kein Ausstiegsszenario aufzeigt, wird er seinen Plan bis zum bitteren Ende – für alle Beteiligten – durchziehen. Im Westen wären jetzt mutige Politiker gefragt, die diese Politik des „immer mehr Desselben“, die augenscheinlich immer weiter in eine Katastrophe globalen Ausmaßes führt, zu beenden und einen Kompromiss anzustreben. Er verlang sicherlich von beiden Seiten Zugeständnisse, ist aber immer noch besser, als die totale Konfrontation. Putin ist nicht Hitler. Im Ukraine-Krieg wird nicht die Freiheit des Westens verteidigt. Es ist ein billiges Argument, den Teufel an die Wand zu malen – damit kann man alles rechtfertigen. Ich frage mich nur, wo sind die Politiker, die den Mut aufbringen, gegen den Strom zu schwimmen? Wir haben offenbar nur Ja-Sager!

Sigmund Scriba (Marquartstein) Wie viel Blut muss noch fließen? Wie viele unschuldige Menschen müssen noch sterben? Wie viel Leid muss das ukrainische Volk noch ertragen? Wie lange wollen wir noch zuschauen, wie ein europäisches Land in Schutt und Trümmer zerbombt wird, bis wir endlich unsere Komfortzone verlassen? Wir dürfen uns in diesen Krieg nicht hineinziehen lassen, müssen aber alles dafür tun, dass sich die heldenhaften Ukrainer verteidigen können und sie humanitär bestmöglich unterstützen. Das Wichtigste ist aber, dem unberechenbaren, eiskalten Diktator den Geldhahn zuzudrehen, mit dem er seinen brutalen Kriegsterror finanziert. Und das nicht irgendwann, wenn die ersten Bomben auf Nato-Gebiet fallen, sondern jetzt sofort. Es ist beschämend, wie wir uns winden, vielleicht etwas Komfort und Wirtschaftskraft einzubüßen, während ein unschuldiges Volk täglich um sein Leben bangt, unsägliches Leid ertragen muss und sein Land zerstört wird. Wir müssten es besser wissen, aber Wirtschaft geht bei uns vor Moral. Maximale Sanktionen ohne Ausnahmen umzusetzen, ist unsere einzige Waffe, mit der wir diesen Kriegsterroristen beeindrucken können. Gleichzeitig müssen wir uns in der EU für diese Schritte stark machen, damit ein geschlossenes Europa diesem unseligen, völlig grundlosen Krieg die Stirn bietet. Natürlich dürfen die Gespräche auf allen Ebenen nicht abreißen, die einen bedingungslosen Rückzug der Russen aus der ganzen Ukraine zum Ziel haben. Zudem sollten unsere Politiker mit uns auf Augenhöhe reden, die Schritte erklären und für Zustimmung werben. Ich bin sicher, wir verstehen das und tragen die auf uns zukommenden Lasten gemeinsam. Es steht unsere freiheitliche Demokratie zur Disposition. Das ist alle Anstrengungen und Opfer wert.

Jürgen Nothaft (Ampfing) Sicherlich wurde Russland von der Nato nicht eingekreist. Das wird auch niemand so behaupten. Leserbriefschreiber Traidl versucht nur Andersdenkenden, im Gegensatz zu ihm historisch und politisch informierten Menschen, diese Naivität unterzuschieben, um sie lächerlich zu machen. Was würde er wohl sagen, wenn man ihm eine geladene Waffe an den Kopf hält und ihm sagt, er solle sich nicht aufregen, man habe ihn ja noch nicht mal eingekreist. 1962 fühlten sich die USA wohl auch von Kuba her „eingekreist“ und haben deshalb beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst. Aber das war ja unser imperialistischer „Freund“, der nur das Beste für uns und Europa will. Der Freund, der nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche völkerrechtswidrige, mit Lügen begründete Angriffskriege geführt hat, zahllose Kriegsverbrechen beging und immer noch Foltergefängnisse betreibt. Wurden die USA dafür jemals angeklagt, gab es Sanktionen? Zahlen die USA Reparationen, beispielsweise an Vietnam? Wir helfen den USA sogar noch bei der Vertuschung der Gräueltaten. Wie war das noch mit Julian Assange? Würde einem Ukrainer, der über russische Kriegsverbrechen berichtet, in Europa auch die Abschiebung nach Russland drohen? Und wer immer noch behauptet, man hätte bei der Wiedervereinigung Deutschlands nicht versprochen, die Nato nicht nach Osten auszuweiten, dem empfehle ich die ZDF-Doku „Inside Nato“. Hans-Dietrich Genscher verkündete das nach den Gesprächen vor laufenden Kameras höchst offiziell, klar und deutlich. Einziger Fehler der Sowjetunion damals war, dass sie sich das nicht schriftlich hat geben lassen. Man hat der Wahrhaftigkeit und dem Wort unter Staatsmännern vertraut. Leider eine Fehleinschätzung, besonders mit der verschlagenen Großmacht USA auf der Gegenseite.

Karin Stöttner-Lüdtke (Bad Aibling): Man muss an die Zeit vor 1990 erinnern, als die Sowjetunion zerfiel und alle, US-Außenminister Baker, Nato-Generalsekretär Wörner oder der deutsche Außenminister Genscher, Moskau versprachen, dass sich die Nato nicht nach Osten ausdehnen würde. Doch diese Zusagen erfolgten nicht schriftlich. Russische Politiker halten es deshalb für eine Hinterlist der Westmächte, dass der Sowjetunion 1990 nur mündlich versprochen wurde, dass es keine Erweiterung der Nato nach Osten geben würde. Die Realität ist, dass zwischen 1999 und 2020 13 ost- und südosteuropäische Staaten der Nato beigetreten sind und Moskau zusehen musste, wie dies gegen seinen Willen geschah und Abwehr-Raketen in Polen und Rumänien stationiert wurden. 2008 forderten die USA den Anschluss der Ukraine an die Nato und brachten militärische Berater und Waffen in dieses Land. Verständlich, hätte man mit dem neuen Bündnispartner doch Zugriff auf das Schwarze Meer und würde direkt an Russlands Grenze sitzen. Auch im Fall der Unterwasser-Gaspipeline Nord Stream 2 geht es um wirtschaftliche Interessen der USA, die den Bau der Pipeline von Anfang an massiv behinderten. Dies mit der scheinheiligen Warnung an uns Deutsche vor zuviel Energieabhängigkeit von Russland, während sie uns in Wirklichkeit ihr teueres und die Umwelt schädigendes Fracking-Gas verkaufen möchten. Nord Stream 2 ist kein politisches Projekt: Selbst Kevin Kühnert von der SPD mahnte, die Debatte über Nord Stream 2 und die russische Ukraine-Politik nicht zu vermengen. Aber wir nehmen wohl lieber Unbilden und teuere Preise in Kauf, als uns auf so etwas Unmoralisches wie den Bezug von russischem Gas einzulassen.

„Das deutsche Volk hat sich in einer Wohlfühloase befunden“

Josef Grundner (Stephanskirchen): Die Zukunftsstudie des Rheingold-Instituts zeigt sehr deutlich, dass das deutsche Volk sich in den vergangenen Jahrzehnten in einer Wohlfühloase befunden hat. Im Moment erleben wir ein Erwachen. Es zeigt, dass es uns sehr schwerfällt, diesen Zustand aufzugeben. Die Politiker aus der Ukraine halten uns den Spiegel vor, indem sie uns vorwerfen, dass es uns um Geld und Geschäfte und in Wirklichkeit nicht um Freiheit und Demokratie gehe. Es zeigt aber auch, dass unsere Politik sehr darauf aus ist, uns nicht allzu viel zuzumuten. Vor allem aber die Zunft der Journalisten hat schon wieder einmal alles besser gewusst. Man stelle sich aber vor, eine Partei oder Politiker hätten vor zehn Jahren verlangt, den Wehretat deutlich zu erhöhen. Sie wären als Kriegstreiber in Grund und Boden geschrieben worden, und die Wähler hätten eine solche Partei abgestraft. Wir alle – Politiker, Presse und das Wählervolk – haben ihren Beitrag dazu geleistet, dass wir jetzt in der Lage sind, in der wir uns gerade befinden. Vorwürfe an andere sind unangebracht und scheinheilig. Wir dürfen nicht vergessen, dass gerade die billigen Rohstoffe aus Russland zu unserem Wohlstand viel beigetragen haben. Welch ein böses Erwachen! Plötzlich befinden wir uns in einer Welt, in der sich zwei unversöhnliche Mächte gegenüberstehen; auf der einen Seite die freiheitlichen Demokratien und auf der anderen die zerstörerischen Kräfte von totalitären Staaten wie Russland und China. Wie falsch war es, zu glauben, Putin fühle sich von der Nato bedroht. Im Gegenteil. Die Angst des Westens ist eine einkalkulierte Größe Putins.

Irmfried Wimmer (Aschau im Chiemgau) Wieder tobt in Europa ein Krieg – wie schrecklich, wie grauenhaft. Diese sinnlose Zerstörung – warum und wozu? Viele sterben, Familien werden auseinandergerissen, Menschen verlieren ihre Heimat. Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, war ich sieben Jahre alt. Wir lebten in Leipzig. Jede Nacht war Bombenalarm – einmal, zweimal, manchmal dreimal. Meine Mutti musste uns vier Kinder (ein, drei, fünf und sieben Jahre alt) aus dem Schlaf reißen und mit uns in den Keller flüchten. Dort saßen dicht gedrängt Frauen und Kinder aus sechs Familien – die Väter waren an der Front. Ich weiß noch genau, wie es war, als die Bomben mit einem schrillen Pfeifen über unser Haus flogen. Man warf sich auf den Boden, hielt sich die Ohren zu und öffnete den Mund, damit das Trommelfell bei einem Einschlag nicht kaputt ging. Wir hatten unendliches Glück – keine Bombe traf unser Haus. Am Morgen nach jeder Bombennacht hetzte meine Mutter mit uns durch rauchende Trümmer in den übernächsten Stadtteil, um nachzuschauen, ob ihre Eltern alles gut überstanden haben. Danach hieß es: Nie wieder Krieg – und jetzt das! Die Bilder im Fernsehen erschüttern einen zutiefst. Ich habe einen Spruch gelesen: Man soll nicht bemitleiden, sondern besser helfen. Das werden wir wohl tun, so gut wir es können. Den Leserbriefschreiber Werner Schönauer verstehe ich nicht. Was denkt er denn, wer gerade die Ukraine zerbombt und zerstört: die Russen oder die Amerikaner? Es gibt leider immer noch Zeitgenossen, die der Ansicht sind, Putin handele richtig und alle Berichte der westlichen Medien seien Fake-News.

„Trotz aller Vereinbarungen besteht die NATO auf der Osterweiterung“

Heinz-Dierk Lange (Waldkraiburg): Trotz aller Vereinbarungen besteht die Nato auf der Osterweiterung, auf einen Militärstützpunkt in der Ukraine und provoziert damit den Krieg. Der Ausbau ihres Machtbereichs in der Welt, ohne Rücksicht auf Völkerrecht, ihre Sicherheitsinteressen und die Wirtschaftsmacht der US-Rüstungsindustrie verhindern die Durchsetzung friedlicher Lösungen. So könnte die USA auf die militärische Osterweiterung verzichten, wie es einst Russland auf Kuba tat. Warum verweigern die USA den Russen die geforderte Sicherheitsgarantie, oder was spricht gegen eine Neutralität der Ukraine? Unsägliches Leid könnte verhindert werden. Deutschland sollte sich, trotz des US-amerikanischen Drucks, nicht in den Konflikt hineinziehen lassen. Ein Krieg würde Europa verwüsten, nicht die USA. Die Menschen aller Nationen wollen Frieden. Das Leitbild der EU, Frieden durch Partnerschaft und Zusammenarbeit, muss auch für Russland gelten. Eine Partnerschaft mit Russland wäre die Garantie für Frieden in Europa. Putin bot sie mehrmals an. Die USA haben dies bisher erfolgreich verhindert. Unsere Politiker halten schöne Reden „Gegen das Vergessen“. Aber gerade jetzt, in der Krise, wäre es wichtig, mutig für den Frieden einzutreten. Sie erzählen uns, dass Sport die Menschen verbinde, dass er ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung sei, aber jetzt werden die russischen Sportler bei allen Wettkämpfen ausgeschlossen. Einfach nur traurig.Die Bundespräsidenten Roman Herzog und Richard von Weizs äcker fanden die richtigen Worte. „Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegenüber Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen Sie miteinander zu leben, nicht gegeneinander.“

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