Rücksichtslose Biker

Zur Berichterstattung über den Motorradlärm und die Demonstrationen der Biker (Politik/München):

Endlich tut sich was in Sachen Lärmreduzierung. Klar, den Bikern gefällt das drohende Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen nicht. Das kann ich verstehen. Aber wird den Anwohnern auch nur ein bisschen Verständnis vonseiten der Verkehrsteilnehmer entgegengebracht? Ich glaube nicht.

Es sind ja nicht allein die Biker, sondern viele, die meinen, wenn sie nicht übermäßig Lärm produzieren oder mal kurz durch das Dorf rasen, dass sie dann in ihren Freiheitsrechten eingeschränkt sind. Seien wir mal ehrlich: Muss erst ein Fahrverbot kommen oder reicht ein gesunder Verstand nicht aus, um zu sagen, dass es so nicht geht?

Drei Kilometer Luftlinie vom Sudelfeld entfernt braucht man gar nicht auf Vogelgezwitscher hören. Alles wird übertönt von den Motorrädern und den auffrisierten Autos. Warum ist ein Vierzigtonner leiser als ein Motorrad oder ein getunter Pkw? Ist es wirklich so freiheitseinschränkend, in Siedlungsgebieten leise zu fahren? Gebietet das nicht schon der Respekt anderen gegenüber, langsam und vielleicht schon vor dem Ortschild 50 km/h zu fahren? Das Miteinander im Straßenverkehr ist halt das Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Auf meinen mindestens sechs Millionen gefahrenen Kilometern als Fernfahrer fiel mir das Fahrverhalten der Biker auf und ich blickte neidvoll auf sie. Während ich mich an Gesetze halten musste, hatten die Biker anscheinend andere Verkehrsgesetze – nämlich keine. Rechts überholen, ungenügender Sicherheitsabstand, Geschwindigkeitsüberschreitung, Lärm, überholen bei Gegenverkehr und und und. Mir kam es so vor, als wären die erfahrenen Biker in der Minderheit und nicht umgekehrt, wie es gerne dargestellt wird.

Erich Kroier

Bruckmühl

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