Rückgrat gegendie Wirtschaftslobby

Leserbrief zum Artikel und zum Interview „Aiwanger warnt vor Gemütlichkeit“ (Bayernteil):

Schon mal aufgefallen? Anfragen zu sozialen Problem-Themen im Bundestag kommen ungewöhnlich oft von der (angefeindeten) Linkspartei. So auch zum Thema Bezahlung von Fachkräften. Antwort der Bundesagentur für Arbeit: Beschäftigte in Berufen mit Fachkräftemangel verdienen oft nur unterdurchschnittlich. Darüber sollten Bürger und vor allem Politiker aus der Abteilung Wirtschaft vielleicht mal intensiver nachdenken! Wenn wieder x-tausend Entlassungen in verschiedensten Wirtschaftszweigen gemeldet werden, frage ich mich, ob das lauter Hilfskräfte sind oder ob vielleicht auch gut ausgebildete Fachkräfte dabei sind? Und wenn dann Herr Aiwanger beklagt, wir kümmern uns zu wenig um die Wirtschaft (= Wohlstand und Wachstum), wäre vielleicht eine Antwort, solange viele Fachkräfte unterdurchschnittlich verdienen, können sie es sich nur – mangels Einkommen – „im warmen Wohnzimmer gemütlich einrichten“ (Ausspruch Herr Aiwanger) und sind froh, wenn sie Miete und Heizung bezahlen können. Wohlstand und Wachstum sind für diese Personen nur ein Wunschdenken, das ihnen auch Herr Aiwanger nicht erfüllen können wird. Dazu bräuchte es mehr Rückgrat der Politik gegenüber der Wirtschaftslobby.

Dieter Modlich

Aschau a. Inn

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