Rettungseuropäer in die Wüste schicken

Der Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone darf nicht zum Tabu erklärt werden: Mit dieser Feststellung ließ Linde-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Reitzle kürzlich aufhorchen. Foto dpa
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Der Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone darf nicht zum Tabu erklärt werden: Mit dieser Feststellung ließ Linde-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Reitzle kürzlich aufhorchen. Foto dpa

Zur Euro-Krise (Berichte im Wirtschaftsteil und Kommentare von Georg Anastasiadis im politischen Teil):

In der Diskussion wird meines Erachtens ein wichtiger Punkt übersehen: die immense Gefahr, die für die über 90 Millionen Lebensversicherungen in Deutschland besteht. Kaum jemand weiß, dass ein nicht geringer Anteil der Sparergelder in Staatsanleihen fließt. Wenn in der jetzigen Situation immer noch "illustre" Kandidaten wie Griechenland, Italien und Spanien dabei sind, ist das traurige Ergebnis vorhersehbar. Der Steuerzahler verschafft den Staaten mit seinen LV-Beiträgen bis zum bitteren Ende die Möglichkeit, sich noch höher zu verschulden und wird so zusätzlich zur immer höheren Steuerbelastung für die Euro-Rettung ein weiteres Mal zur Kasse gebeten! Es ist eine Frage der Zeit, bis die Euro-Krise weitere Staaten an den Rand des Bankrotts drängt und deren Staatsanleihen wertlos werden. Auch der EZB mit ihrer unverantwortlichen Inflationspolitik dürfte bald die Luft ausgehen. Dann werden die geschätzten 2500 Milliarden an Lebensversicherungsguthaben zur Schuldentilgung des Staats (in etwa gleicher Höhe) verwendet, da jede Entschuldung eine Vernichtung von Geldwerten bedeutet. Sicherungseinrichtungen wie "Protector" dürften versagen, weil die dann fälligen Summen nicht zu stemmen sind! Garantien des Gesetzgebers würde ich äußerst kritisch betrachten. Womit sollen sie denn eingelöst werden? Mit weiteren Rettungsschirmen, die wieder nur aus Versprechungen bestehen? Die Angst übrigens, dass bei Kündigung oder Verkauf einer LV ein Verlust entsteht - ausgenommen Risikoschutz - ist unbegründet, weil dieser Verlust bereits beim Abschluss des Vertrags entstanden ist und in den nächsten Jahren nur noch größer werden kann! Kaum ein Kunde wird darüber aufgeklärt, dass von 100 Euro Sparbeitrag 20 bis 30 Prozent zur Kostendeckung des Konzerns und der Vermittler dienen.

Christian Moosegger

Bad Feilnbach

Wolfgang Reitzle gebührt der Dank aller Deutschen, da er offen aufgezeigt hat, dass eine immer höhere Verschuldung des Euro, wie sie durch die "Euro-Rettungsschirme" eingeleitet und durch die geplante Fiskalunion, ein fast krimineller Verstoß gegen EU-Recht, ins uferlose erweitert wird, zur endgültigen Vernichtung des Euro führt. Und Deutschland, das bereits heute schon aus ungedeckten Schulden für die Beamtenversorgung in Höhe von 1,4 Billionen Euro, zusammen mit bestehenden Staatsschulden in Höhe von 2,0 Billionen und den Rettungsschirmen in Höhe von 2,0 Billionen einen Schuldenberg von ca. 5,4 Billionen Euro vor sich herschiebt, wird demnächst auch seine Bonität verlieren. Da fast alle europäischen Länder vor dem Bankrott stehen, muss letztlich Deutschland wegen der Bürgschaften für alle Schulden einstehen. Nicht die Rating-Agenturen sind am kommenden wirtschaftlichen Zusammenbruch der europäischen Staaten schuld, sondern deren total unfähige Politiker, die ihre Länder durch Fehlentscheidungen abgewirtschaftet haben und sie nunmehr noch weiter in den gemeinsamen Sumpf ziehen. Warum protestieren eigentlich nicht auch andere Wirtschaftsführer in Deutschland, bevor auch Deutschland gänzlich ruiniert ist?

Herbert Gaiser

Samerberg

Luxemburgs Premierminister Juncker sagt, es interessiere nicht sonderlich, wenn die Maßnahmen von den eigenen Bürgern nicht verstanden würden. Jetzt lassen die Eurokraten auch noch die letzte Maske fallen. Doch die gleich geschalteten Medien werden auch diese Nachricht nicht verbreiten. Was Herr Juncker faselt, interessiert niemanden. Man kann nur hoffen, dass Frau Merkel bei ihrer Position bleibt, Deutschland dürfe beim Rettungsschirm nicht überfordert werden. Dazu noch ein Spruch von Lenin: "Willst Du eine Gesellschaft vernichten, dann musst du ihre Währung zerstören!"

Ingrid Ehlers

Aschau

Die von Herrn Anastasiadis so genannten "Rettungseuropäer", die uns den Schlamassel mit Griechenland eingebrockt haben, sollte man samt und sonders in die Wüste schicken und nicht mehr fürstlich bezahlen. Bei der Prüfung, ob Griechenland die Voraussetzung für einen Beitritt zur Eurozone erfüllt, hätte dem dümmsten Bilanzbuchhalter auffallen müssen, dass die Angaben nicht stimmen. Solch einen Buchhalter entlässt ein Chef nicht, er feuert ihn! Hier bewahrheitet sich, dass nach Brüssel die zweit- und drittklassigen Politiker geschickt werden, die man im eigenen Land nicht mehr braucht, siehe EU-Kommissar Öttinger.

Holger Mairoll

Kolbermoor

Vielen Dank für den ausgezeichneten Kommentar "Noch mehr von unserem Geld für den Euro-Schutzschirm" von Georg Anastasiadis! Ich lese seine Kommentare immer mit größtem Genuss, da er die Themen brillant beschreibt und kommentiert.

Klaus T. Weber

Haag

Kommentare