Rentensystem benachteiligt Familien und Alleinerziehende

Zu „Bei der Rente kocht heikler Richtungsstreit hoch“ (Leserbrief):

Im Sinn von Einstein lassen sich Probleme nicht von politischen Denkweisen lösen, die sie verursacht haben. So bleiben die tonangebenden Parteien für eine spätere Rente weitgehend einseitig von Beitragszahlungen stehen. Das kann nicht aufgehen, wenn der Umfang junger Einzahler zu wenig mitbedacht wird. Seit Jahren sind so nicht wenige Mütter und Väter und vor allem Alleinerziehende die Verlierer, obwohl sie für echtes Wachstum sorgen und Grundlagen für Beitragszahler legen. Noch immer wird ein Mehr an häuslicher Erziehungsleistung weitgehend als Nichtarbeit behandelt und mit einem Weniger an Rente bestraft.

Unser Rentensystem hat zu einer Verarmung von Familien mit Kindern zugunsten von kinderlosen Personengruppen geführt, die im Alter auf Luxusschiffen und bei Fernreisen von Rentenbeiträgen von Kindern von jetzt armen Müttern großzügig versorgt werden. In diese Richtung ging auch die von der SPD initiierte Rente ab 63 für 40-jährige Beitragszahlung. Wurde hier nicht primär ein Single- und Männerbegünstigungsgesetz geschaffen? Mütter oder Alleinerziehende werden nie zu solchen Wohltaten kommen, obwohl sie doch letztlich mehr für unser Rentensystem leisten als so manche Erwerbstätige mit 40 Beitragsjahren. Kein Wunder, dass dieses System auch dafür gesorgt hat, dass wir auch schön alt und kinderarm daherkommen und uns die Fachkräfte fehlen.

Weil Kinder mit erheblichen Kosten und Karrierebremse verbunden sind, ist es nachvollziehbar, dass inzwischen überdurchschnittlich zur Bevölkerung kinderlose Personen in der Politik wie in den Medien tonangebend sind. Bei den etablierten Parteien bleibt man so meist vor den Wahlen bei oberflächlichen Reformansätzen.

Simon Kirschner

Bad Endorf

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