Rentenkasse: Auch Beamte und Selbstständige sollen zahlen

Zur Rentendiskussion (Berichte im politischen Teil):

Es müsste endlich eine grundlegende Reform des Rentensystems in Deutschland geben. Es ist unter anderem wegen der niedrigen Geburtenrate und der Erhöhung des Lebensalters nicht mehr umsetzbar. Wie schon im Grundgesetz festgesetzt, müssten Arbeitnehmer, Beamte, Freiberufler oder Selbständige gleichermaßen in die Rentenkasse einzahlen. Dann müsste es ein durchschaubares System der privaten Altersvorsorge geben, in das jeder, der später mehr haben will, einzahlen kann. Dies müsste so geregelt sein, dass sowohl der "Geringverdiener" als auch der hochdotierte Bankmanager finanziell von Seiten des Staates unterstützt wird. Durch die vorhandenen intransparenten privaten Altersvorsorgen wie Riester-Rente sieht doch kein normaler Bürger mehr durch. Des Weiteren kann man die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf bis jetzt 67 Jahre (bestimmt später dann 70 Jahre) so nicht hinnehmen. Hier muss man klar differenzieren: Wer kann wie lange wo arbeiten? Ich kann von einem Arbeitnehmer, der sein Leben lang schwere körperliche Tätigkeiten verrichtet, nicht verlangen, dass er genau so lange seinem Beruf nachgeht wie jemand, bei dem die geistige Arbeit im Vordergrund stand. Dies hört sich dem ersten Anschein nach sehr ungerecht an. Aber wir leben nun mal in einem Sozialstaat! Eine Zuschussrente oder Grundsicherung, wie es sie bei uns gibt oder geben soll, halte ich schon für richtig, aber auch hier muss es klare Unterschiede geben, damit keine Ungerechtigkeit entsteht. Diese Reform kann man aber nur umsetzen, wenn sich die Politiker endlich mit der Wahrheit in diesem maroden Rentensystem auseinandersetzen und einige Steuermilliarden ins eigene Volk stecken, bevor sie sie in das europäische Fass ohne Boden werfen.

Markus Tamme

Rott

Es überrascht schon etwas, wenn Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen plötzlich die bekannte Problematik der "tickenden Zeitbombe Altersarmut" im wohlhabenden Deutschland entdeckt und thematisiert. Hingegen überrascht es nicht, wenn sich die FDP wie so oft querstellt und das Thema negiert, schließlich gehören die zukünftig von Altersarmut Betroffenen nicht zu ihrer Klientel. Die Ministerin werkelt leider nur an den Symptomen und vermeidet es, Ross und Reiter zu nennen beziehungsweise ehrlicherweise die Ursachen der prognostizierten Altersarmut offen zu legen. Solange offiziell billige Arbeitskräfte aus dem Ausland angeheuert werden dürfen, Dumpinglöhne gezahlt werden, Leiharbeiter nach dem Prinzip "Hire and fire" willkommen sind und menschenwürdige Lohnuntergrenzen seitens der Regierungskoalition tabu sind, bleibt der Vorschlag der Ministerin Makulatur und ist kaum nachvollziehbar, zumal die Kosten der von ihr ins Gespräch gebrachten "Rentenaufstockung" letztlich einseitig zu Lasten der jetzigen Rentenbeitragszahler gehen würden. Das aber widerspricht Inhalt und Sinn des Generationenvertrags, auf dem unsere gesellschaftspolitische Ordnung und soziale Marktwirtschaft basieren. Oder ist es lediglich beginnende "alternativlose" Wahlkampfpolemik?

Jürgen Engelhardt

Stephanskirchen

Kommentare