Rente und Kinder: Jeder kann entscheiden, wie er will

Zu „Rentensystem benachteiligt Familien und Alleinerziehende“ (Leserbrief von Simon Kirschner):

Ich bin etwas überrascht über so einen Leserbrief. Er bestätigt mir, wie unsere Neidgesellschaft in Deutschland funktioniert. Sind Sie auch neidisch, dass ein Single in Rente 30 Prozent Steuern zahlt? Familien oder Verheiratete zahlen weniger Steuern als Singles – bitte das auch nicht vergessen.

Ich habe mit 20 Jahren angefangen zu arbeiten und habe nebenbei meine Lehre und Studium durchgezogen. Ich bin jahrelang nicht im Urlaub gewesen, habe alles Mögliche getan, um etwas mehr zu verdienen und damit mehr Rente zu bekommen. Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich mehr Rente habe. Ich habe 46 Jahre voll gearbeitet.

Heutzutage haben wir Gott sei Dank die Möglichkeit zu entscheiden, ob man Kinder haben will oder nicht. Ich mag Kinder, aber wenn sich Menschen entscheiden, Kinder zu haben, dann ist das mit allen Konsequenzen verbunden. Aber bei uns will man immer alles! Und das geht nicht! Meine Kollegen mit Kindern waren öfters im Urlaub als ich; das ist ok so! Jeder entscheidet, wie er mag. Die „alte“ Denke, wir brauchen Kinder für unser Rentensystem, funktioniert heute nicht mehr. Die Zeiten sind vorbei! Ich gebe es zu, von der Politik werden Fehler gemacht, aber jeder Bundesbürger kann entscheiden, wen er wählt. Bezüglich „Alleinerziehende in Deutschland“ beobachte ich seit Jahren, was hier abläuft. Es gibt Frauen, die gehen nach der Geburt sofort nach fünf Wochen wieder arbeiten; andere Frauen bleiben für immer daheim! Jeder entscheidet anders und ich akzeptiere alles! Noch einmal, ich mag Kinder, aber ein Kind zu haben bedeutet nicht, meine Rente ist sicher! Unser Rentensystem funktioniert nicht so! Als Eltern sollte man über das Gesamtpaket nachdenken.

Erna Sraka

Bad Aibling

Kommentare