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Ratzinger nur „ein Kind seiner Zeit“?

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. wird von seinem Privatsekretär Georg Gänswein gestützt. Im Kontext des Missbrauchsskandals fordern manche Stimmen mehr Nachsicht mit dem 94-Jährigen zu haben und anzuerkennen, was er als Papst gegen Priester unternommen hat, die des Missbrauchs überführt wurden.
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Der emeritierte Papst Benedikt XVI. wird von seinem Privatsekretär Georg Gänswein gestützt. Im Kontext des Missbrauchsskandals fordern manche Stimmen mehr Nachsicht mit dem 94-Jährigen zu haben und anzuerkennen, was er als Papst gegen Priester unternommen hat, die des Missbrauchs überführt wurden.

Zur Berichterstattung über den Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsfällen (Politikteil):

„Freunde in der Not gehen hundert auf ein Lot“, lautet ein altes Sprichwort. Das muss zur Zeit der emeritierte Papst Benedikt XVI. bitter erfahren. Wie hat man doch jahrelang um seine Gunst gebuhlt und sich im Glanz einer Privataudienz gesonnt – vom Fußballprofi bis zum Politiker – und nun fällt man über ihn her. Sogar die Städte, die damit Reklame machten, Stationen seines Lebensweges gewesen zu sein, diskutieren über den Entzug des Ehrenbürgerstatus oder die Aberkennung von Straßennamen. „Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn...“ – „Kreuzige ihn!“ Das hat es doch alles schon mal gegeben. Wer ganz hoch hinaufsteigt, der kann ganz tief fallen. Wer unten bleibt, dem kann das nicht passieren. Was hat sich Benedikt XVI. zu Schulden kommen lassen? Er ist seiner eigenen, außergewöhnlichen Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit zum Opfer gefallen, weil er einen Menschen schonen wollte, der sich nun als Monster erwiesen hat. Die wohl entscheidendste, letztlich sogar rechtliche Frage wäre es, ober er dabei vorsätzlich Schaden anrichten wollte. Sicher nicht! Übrigens: So mancher Große in der biblischen Geschichte weist einen schweren Makel in seinem Leben auf: Abraham, Jakob, Mose, Petrus, Paulus... Mit ihnen beweist Gott, wie unvollkommen alle Menschen sind, und dass er sie trotzdem liebt und für sein Werk gebraucht. Professor Dr. Josef Ratzinger, der Kardinal Ratzinger, Papst Benedikt XVI., wird immer einer der ganz großen Theologen bleiben. Hochachtung vor Peter Gauweiler, der sozusagen zum Trost im Münchner Dom einen kleinen Blumenstrauß an die Benediktbüste steckte. Es gibt auch noch anständige Menschen. Ich hoffe, dass man mir als evangelischen Christen Objektivität in diesem Fall zutraut.

Professor Dr. Hilmar Mund

Brannenburg

Aus dem umfangreichen Missbrauchsgutachten des Bistums München-Freising wurden nebensächliche Fakten hervorgehoben, sodass die Leserschaft sich keine richtige Meinung über die Tatsachen und ihre Folgen bilden konnte. Der Fall des Priesters H., der seit Jahren die Presse beschäftigt, wurde jetzt zum Anlass genommen, den emeritierten Papst Benedikt einer Lüge zu beschuldigen. Der betagte Papst Emeritus konnte sich nicht erinnern, dass er an einer geschäftsmäßigen Sitzung des Ordinariats von 42 Jahren teilgenommen hat. Während dieser Sitzung wurde letztendlich besprochen, dem Priester H. in der Zeit seiner ärztlichen Behandlung in München das Wohnen in einem Pfarrhof zu erlauben. Die Tatsache wurde zu einem Skandal aufgebauscht. Inzwischen meldete sich Kardinal Wetter zu Wort, übernahm die Verantwortung für Einsetzung des Priesters H. in der Seelsorge und bat um Entschuldigung. Zu meinem tiefsten Bedauern haben einige deutsche Bischöfe sich so an dem „Skandal“ entrüstet, dass sie den emeritierten Papst Benedikt zur Entschuldigung aufforderten. Die Kampagne hat noch an Fahrt aufgenommen dank der Abwägung der Bürgermeister einiger Städte, dem emeritierten Papst die Ehrenbürgertitel eventuell abzuerkennen. So der Stand der Dinge. Was mir in der Berichterstattung der deutschen Presse auch noch fehlte, war eine angemessene Beurteilung der Rolle des Joseph Ratzinger in der Bekämpfung des Missbrauchs in der katholischen Kirche während seiner Amtszeit als Chef der Glaubenskongregation und als Papst. Die entsprechenden Quellen dafür sind leicht zugänglich vorhanden. Sieht ein guter und verantwortlicher Journalismus so aus?

Dr. Herbert Gluch

Rosenheim

Zu Kardinal Marx: Nicht die katholische Kirche hat versagt, nein, es waren führende Leute vom Bodenpersonal, die sich dreckig und charakterlos benommen haben.

Anton Lechner sen.

Raubling

Die Medien-Kampagne gegen Papst Benedikt (auch der Kommentar von Claudia Möllers im Politikteil) ist schwer verdaulich. Nach akribischer Recherche der Anwälte, der Autoren des Münchner Gutachtens, gebe es in allen vier Fällen, die Ratzinger zur Last gelegt werden, keinen einzigen handfesten Beweis, dass dieser Kenntnis von der Missbrauchsvorgeschichte der Tatverdächtigen hatte. Aber selbst wenn: Wer kann von sich behaupten, in seinem Leben gar keine Fehler gemacht zu haben? Diese Vorgänge sind über 40 Jahre her. Grundsätzlich ist es nicht einfach, die Vergangenheit mit all ihren Facetten nach heutigen Maßstäben fair zu beurteilen. Kaum jemand hat auf weltkirchlicher Ebene mehr getan für die Aufklärung von innerkirchlichen Missbrauchsfällen und die kirchliche Bestrafung der Täter als Joseph Ratzinger – zunächst als Präfekt der Glaubenskongregation, später als Papst Benedikt XVI. In seiner Amtszeit als Papst wurden zum Beispiel Hunderte Priester aufgrund von Missbrauch abberufen und in den Laienstand versetzt. Während man sonst jede Form der Hassrede verurteilt, produziert sich so mancher geradezu ungeniert in der perfiden Hasssprache gegen Joseph Ratzinger. Es ist traurig und verletzend, wie Journalisten, Theologen und zeitgeistige Mitläufer mit einem 94-jährigen Mann umgehen. Wer sich ernsthaft mit der Person Papst Benedikt, seinem Leben und seinen Schriften beschäftigt weiß: Diese Berichterstattung wird ihm in keinster Weise gerecht.

Timo Hornung

Rohrdorf

In den vergangenen 50 Jahren habe ich viele Priester, Ordensleute und kirchlich aktive Laien kennengelernt und mit ihnen im kirchlich-ehrenamtlichen Dienst zusammengearbeitet. Gott sei Dank war ich selbst niemals von sexuellem Missbrauch betroffen und auch in meinem Bekanntenkreis ist mir im kirchlichen Bereich nichts Derartiges bekannt. Der große Fehler in der jetzigen Missbrauchsaufarbeitung ist meiner Meinung nach die Betrachtung der schrecklichen Vorkommnisse nur durch die heutige Brille, das heutige Wissen. In den Jahrzehnten nach 1968 war bekanntlich die Beurteilung dieser Taten in psychologischer, pädagogischer, naturwissenschaftlicher und politischer Sicht anders und aus heutiger Sicht oft katastrophal verkehrt und unverständlich. Selbst die damaligen Bischöfe und Verantwortlichen in den Diözesen waren „Kinder ihrer Zeit“ und hatten eine vielfach verkehrte Einschätzung der Problematik. Was nicht sein durfte, konnte einfach nicht sein. Man glaubte an die Therapierbarkeit und den Besserungswillen der Täter, wollte Schaden von der Kirche abwenden, nahm die Betroffenen nicht ernst und traf so katastrophale Fehlentscheidungen. Die Verbrechen an den Kindern hätte man aus heutiger Sicht quasi wie Mord an den Kinderseelen behandeln müssen, Verjährung hätte sofort aufgehoben und die kirchlichen und weltlichen Gerichte hätten diese perversen Taten als schwere Verbrechen behandeln müssen. Was Jesus zu Verbrechen an Kindern sagte, ist bestens bekannt (Matthäus 18,6). Die prozentual sehr wenigen kirchlichen Missbrauchstäter haben nicht nur den Kindern, sondern den weit überwiegend hervorragend tätigen Priestern, Lehrern und Erziehern, ja der ganzen Kirche, riesigen Schaden zugefügt.

Joseph Hartmann

Kiefersfelden

Die katholische Kirche ist eine absolutistische Monarchie, die sich ihr wohltätiges Erscheinungsbild nahezu vollständig vom Staat finanzieren lässt. Beispielhaft sei hier der Sozialverband Caritas genannt: Die Kirche beteiligt sich finanziell jährlich mit lediglich 1,8 bis zwei Prozent, circa zwei Prozent erhält sie durch die Zwangsmitgliedschaft der Caritasmitarbeiter über deren Kirchensteuer durch die Hintertür wieder zurück.Also ein Nullsummenspiel! Die Kirche zahlt keinen einzigen Cent für „ihre“ Einrichtung, beansprucht aber wie selbstverständlich undemokratische, hegemoniale Arbeitgeberrechte unter kirchlichem Deckmäntelchen. Der Steuerzahler (einschließlich Atheisten, Moslems, Juden, ...) kommt also zu 100 Prozent für die Caritas auf. Sie ist de facto eine staatliche Sozialeinrichtung und müsste daher auch als eine solche betrieben werden!

Horst Tidhalm

Waldkraiburg

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