Ratzinger und Co. als Bremser und Rückwärtsfahrer

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Warum so eine grandiose Seiten-Aufmachung über „Ratzinger & Don Georg“, als ob ein alter Heiland wieder auferstanden wäre? Die beiden steuern immer noch das Kirchen-Schiff aus dem Hintergrund – als Bremser und Rückwärtsfahrer. Ratzinger hat in seiner Amtszeit und schon davor großen Schaden in der Kirche angerichtet. Er machte teilweise die positiven Entwicklungen des zweiten Konzils rückgängig. Er würdigte andere Religionen herab. Er hielt dezidierte Predigten gegen alle Arten von Empfängnisverhütung in Afrika und in anderen Entwicklungsländern. Er erwirkte die Abschaffung der kirchlichen Schwangerenberatung. Das Thema Bewahrung der göttlichen Schöpfung, sprich Umwelt/Klima, ignorierte er vollständig. Er verhinderte die tatsächliche Aufklärung der Vergewaltigungen von Kindern durch Priester (das Wort Missbrauch ist eine nicht zulässige Verharmlosung) und Entschädigung der Opfer. Er ließ mafiöse Verhältnisse bei Vatikan-Finanzen zu. Und, und, und. Er hätte nach seinem Rücktritt vor sieben Jahren in seine Heimat Bayern ins Kloster gehen können. Warum blieb er in Rom? Ratzinger mischt sich weiter in die Arbeit von Papst Franziskus ein. Mit Ludwig Müller bildet er den „Intriganten-Stadl“ im Vatikan und hindert Franziskus massiv da ran, die für die katholische Kirche überlebenswichtigen Reformen auch durchzuführen.

Die Folgen der selbst verschuldeten Kirchenproblematik, für die Ratzinger in hohem Maße mitverantwortlich ist, sind massive Kirchenaustritte, Priestermangel und stark abnehmende Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft. Wir brauchen eine menschliche Kirche mit Freiheit für Priester zu heiraten, mit Freiheit für Frauen, über ihren Körper selbst zu bestimmen und auch die Möglichkeit Priesterinnen zu werden. Ratzinger und Co. versuchen erfolgreich, positive Reformen zu verhindern oder rückabzuwickeln.

Martin Cretnik

Prien

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