Rassismus bei den Heiligen Drei Königen: Sonst haben wir keine Sorgen?

Zum Bericht „König unter Rassismus-Verdacht“ (Seite1):

Vielleicht denke ich ja falsch, aber gibt es eigentlich etwas rassistischeres, als König Melchior wegen seiner Hautfarbe aus der Krippe zu verbannen?

Tina Jemejanoff

Bad Aibling

Wieder ein Aufreger, der so sinnlos ist. Erst wird der heilige Nikolaus aus einigen Kindergärten verbannt, dann das Donaulied und jetzt die Heiligen Drei Könige: Was soll das ?

Es gibt weiß Gott wichtigere Dinge zurzeit. Als Kind war ich fasziniert von dem „Sarotti-Mohr“, den wollte ich gerne mal sehen. Die Figur in Ulm schaut eben so aus, wie man sich damals im Mittelalter schwarze Menschen vorgestellt hat. Ich glaube nicht, dass Rassismus damals der Gedanke war – und ist es heute auch nicht. Die drei Könige aus dem Morgenland zeigen ein Miteinander, das heute mehr denn je angebracht wäre. Leider gibt es immer mehr Leute, die mit erhobenem Zeigefinger herumlaufen, um eventuelle Missstände aufzugreifen.

Wenn wir sonst keine Sorgen haben, dann gute Nacht Abendland.

Irmgard Wagner

Riedering

Die Darstellung des schwarzen Melchior in einem Krippen-Ensemble ist kein Rassismus, sondern das Gegenteil. Demonstriert wird damit die Gleichheit vieler Völker in grundlegenden christlichen Überzeugungen. Sollte der Beschluss der Ulmer Kirchengemeinde Bestand haben, entstünde für sie und die Kirche ein erheblicher Reputationsschaden. Die Entfernung eines oder aller drei Könige bzw. Weisen unter Verwendung des Melchior-Arguments wäre Rassismus pur und ein Rückfall in finstere Diskriminierungszeiten.

Wolf Kutzbach

Grassau

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