Ramsauer als Testfahrer

Zum Bericht "Hitze bremst die Bahn" (Weltspiegel):

Nicht nur die Hitze bremst die Bahn. Hier meine Erfahrungen bei der Fahrt von Heidelberg nach Prien.

Dabei hatte ich mein E-Bike (25 Kilo). Der Zug kam von Frankfurt. Schon dort waren die Türen zum Fahrradabteil wohl aus technischen Gründen nicht benutzbar. In Heidelberg hatte niemand darauf hingewiesen. So stand ich mit Rad und Gepäck vor verschlossener Tür. Also zur nächsten. Dort wuchtete ich das Rad, dann wie vorgeschrieben das Gepäck in den Gang zwischen zwei Waggons. Schon fuhr der Zug ab. Das Bahnpersonal erweckte nicht den geringsten Verdacht der Hilfsbereitschaft. So auch erlebt bei der Hinfahrt in Prien.

Nun balancierte ich mein Rad durch die Reihen der Fahrgäste in den vorderen Raum für Räder, dann das Gepäck. Kurz darauf wurden zwei Wagen wegen Ausfalls der Klimaanlage evakuiert, darunter auch der Fahrradwagen. Ab München fragte ich einen Schaffner, wie ich wohl in Prien mein Rad ausladen könne. Er versicherte mir, dass dort eine Schaffnerin die Tür öffnen würde. Durch Erfahrungen gewarnt, begab ich mich ab Rosenheim zu meinem Gerät und erwartete voll Vorfreude die Schaffnerin, die nicht kam. So balancierte ich ab Endorf Rad und Gepäck wieder zurück zum Einstieg. Raus bei zweiminütigem Halt. Niemand half. Die Schaffnerin kam dann und sagte, dass sie die Tür hätte öffnen sollen...

Ich empfehle Herrn Ramsauer dringend, so eine Fahrt incognito durchzuführen. Nur die Augen des Herrn machen das Vieh fett. Sein Fehlen in Berlin würde nicht auffallen. Fototermine nach Freigabe reparierter Straßen könnten karrieregeile Ministeriale übernehmen, außerdem würden wir von blödsinnigen Ideen wie einer neuen Kfz-Zulassungsordnung verschont.

Oskar von der Goltz

Prien

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