Protestbewegung: Grüne Kreuze sind der falsche Weg

Zum Artikel „Grüne Kreuze: Bauern aus Region Rosenheim protestieren gegen Diffamierung und Höfesterben“ (Regionalteil):

Es stehen schon so viele Kreuze an der Straße für die unzähligen Verkehrstoten und das mit gutem Recht, denn das Kreuz soll an die Toten erinnern und Zeichen der Hoffnung auf die Auferstehung sein. Ich finde es mehr als unpassend, wenn jetzt überall grüne Kreuze aufgestellt werden, um auf die wahrlich nicht einfache Lage der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Es gibt auch andere Möglichkeiten im Zeitalter von Internet und Co. mit dem Verbraucher in den Dialog zu kommen und um Verständnis füreinander zu werben. Und wenn man schon ein christliches Symbol aus dem Schubladen zieht, sollte man im gleichen Atemzug auch mal darüber nachdenken, ob es sein muss, dass der Sonntag mittlerweile zum ganz normalen Arbeitstag in der Landwirtschaft degradiert worden ist. Der Verbraucherdialog wird dadurch nicht leichter, wenn neben notwendigen Erntearbeiten am Sonntag und mitten in der Nacht verschiebbare Feldarbeiten erledigt werden. Das Kreuz für eine Protestbewegung zu missbrauchen, ist der falsche Weg, auch wenn er sogar vom Bauernverband, bei dem ich selber Mitglied bin, unterstützt wird. Denn das Kreuz kann nichts für die völlig unfähige und falsche Agrarpolitik unserer Zeit.

Gottfried Aicher

Halfing

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