Protest gegen Ausgangsbeschränkungen: Kritische Bürger nicht diffamieren

Zum Bericht „Die Querfront gegen die Corona-Regeln“ (Politikteil):

Wir haben Ausgangs- und Verhaltensbeschränkungen, die klar festlegen, dass solche Kundgebungen nicht zulässig sind, weil es keine Möglichkeit gibt, Abstände und Hygienemaßnahmen einzuhalten. Das ist grundsätzlich in Ordnung. Aber es muss jedem Bürger erlaubt sein, sich eine Meinung dazu zu bilden und diese auch zu äußern. Ich zähle mich beileibe nicht zu der genannten Gruppe – (Zitat) „eine bunte Truppe linker Impfgegner, Esoteriker, Rechtsextremisten, Verschwörungstheoretiker, Wutbürger und freiheitlich gesinnte Menschen ohne politischen Hintergrund“. Sind Menschen, die sich Gedanken über Sinn und Unsinn politisch motivierter Aktionen machen, gleich Angehörige des genannten Personenkreises? So ein Pauschalurteil ist eine gewollte Diffamierung der Leute, die den so erwünschten Maulkorb nicht hinnehmen wollen. Ich bin für große Vorsicht im Umgang mit dem Virus, für Abstand, für sinnvoll angewandte Hygienemaßnahmen und für wesentliche Teile der momentanen Beschränkungen. Was aber viel Luft aus so manchen unsäglichen Politiker-Aktivitäten nehmen würde, wären ehrliche Zahlen, Daten, Fakten. Es genügt eine repräsentative Stichprobe von weniger als 3000 wahlberechtigten Bürgern in Deutschland, um mit einer Sicherheit von fast 98 Prozent ein Ergebnis für die Bundestagswahl zu prognostizieren. Und wir schaffen es nicht, seit Februar einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung auf das Virus zu testen und so die Unsicherheit der Dunkelziffer zu minimieren. Gibt es solche Tests wirklich nicht oder werden die Resultate nicht kommuniziert? Ich bin Ingenieur für biomedizinische Technik und habe über drei Jahrzehnte mit angewandter Statistik gearbeitet. Ich erlaube mir, mein Gehirn dafür zu benutzen, wofür ich es erhalten habe: Zum Nachdenken!

Paul Geiger

Wasserburg

In ihrer anfänglichen Ratlosigkeit und Inkompetenz (Altmaier: Wegen Corona wird es keine Arbeitslosen geben – Merkel: Die schwarze Null wird trotzdem stehen) hat die Politik Rat bei sogenannten Experten geholt. Mit Folgen: Ausgangssperre, Kontaktbeschränkung, Lockdown, Abstandsregeln, Maskenzwang. Der Virus existiert. Aber ist er gefährlicher als Influenza? Offensichtlich nicht, beleg- und vergleichbar, auch wenn das viele nicht glauben. Werden die Verantwortlichen dies zugeben? Nein. Es würde ihr Kartenhaus der Fragwürdigkeit zum Einsturz bringen. Daher wird man alles tun vom Versagen abzulenken und versuchen, die Masse der Bevölkerung am Denken und Handeln zu hindern – daher der Aufbau weiterer Angstszenarien und Drohungen ans Volk, Einschränkung von Grundrechten. Das Ganze manipulativ unterstützt durch eine scheinbar gleichgeschaltete Medienlandschaft. Es gibt keine Alternativmeinung, keine kontroverse Diskussion. Fakten werden ignoriert. Gegenmeinung ist Populismus, ist Verschwörungstheorie. Gegenmeinung ist mittlerweile per se antidemokratisch. Denunziation und Blockwartmentalität haben Einzug gehalten. Die Macht dabei in den falschen Händen führt schnell von einer einst freiheitlich gesinnten Demokratie zu einer Diktatur der Masse. Für den, der das versteht und individuell handelt, wird es gefährlich. Wehe man tanzt aus der Reihe! Wir werden missbraucht, verlieren dabei alle gerade mindestens ein Jahr unseres Lebens! Das ist ein Verrat an mehreren Generationen, der größte Gau seit 1945. Unsere Demokratie stößt an ihre Grenze. Wir werden alle teuer bezahlen!

Jörg Beller

Bernau

„Sie sind rechts- und linksextrem, Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, Wutbürger. Was sie eint, ist ihr Protest gegen die Corona-Maßnahmen. Die Demonstrationen nehmen zu.“ So lautet der Einstieg in den Artikel. Von den freiheitlich gesinnten Menschen ohne politischen Hintergrund wird erst in der Mitte des Artikels gesprochen. Ich finde so eine Berichterstattung äußerst bedenklich, zeigt es doch, dass man sich als demokratisch gesinnter, freidenkender und skeptischer Mensch, bald wirklich überlegen muss, ob man überhaupt noch öffentlich Kritik an von Regierungen getroffenen Maßnahmen üben will und darf, ohne gleich in einen Topf mit Verschwörungstheoretikern, Impfskeptikern oder politisch Extremen geworfen zu werden. Solche Artikel bewirken doch bei vielen eine Eindämmung der Gedanken, nach dem Motto „Zu denen will ich ja nun auf gar keinen Fall gehören, da passe ich mich doch lieber der allgemeinen Mehrheitsmeinung an.“ Liebe Journalisten, lasst doch bitte den Menschen, die für oder gegen etwas auf die Straße gehen, ihr Recht. Denn wir leben doch noch in einer Demokratie. Oder sind Menschen, die „so etwas“ tun schon per se Sonderlinge, die man nicht ernst nehmen kann und sollte und diffamieren darf? Journalisten sollten kritisieren, hinterfragen, differenzieren und zwar gerade in so einer Krise, wenn Regierungen weltweit Maßnahmen einführen, die so einschneidend für unsere bürgerliche Freiheit und unsere Grundrechte sind. Das ist die Aufgabe von Journalismus, nicht „Kleine Leute“ diffamieren, die auf die Straße gehen!

Suna Ubben

Bruckmühl

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