Positive Bilanz verwundert nicht

Zum Artikel „Unsere Programme sind ihr Geld wert“ (Wirtschaftsteil):

Dass Herr Wilhelm eine positive Bilanz zieht, verwundert nicht weiter. Es ist jedoch falsch zu behaupten, der Rundfunkbeitrag sei zwölf Jahre nicht erhöht worden. Dies ist damit begründet, dass für neue Empfangsgeräte der digitalen Medien Kosten anfallen. Auch der zwangsweise Systemwechsel von DVB-T zu DVB-T2 oder von DAB zu DAB+ war nicht geschenkt. Dies ist eine versteckte Gebührenerhöhung, weil die Altgeräte nur noch Elektronikschrott darstellen. Die Politik ist auch mit den Verkaufszahlen der DAB+-Radios nicht zufrieden, weshalb einfach per Gesetz entschieden wurde, dass bei neuen Autos ein digitales Radio eingebaut sein muss. Ob da nicht ein Herr Wilhelm mit daran beteiligt war?

Was die Programme betrifft, es steht nirgends, wie viele Programme angeboten werden müssen. Digital dürfte auf Dauer auch billiger als analog sein, die Zwangsabgabe müsste also sinken. Würde man es so wie bei anderen Medien üblich machen, dass man dieses Programmpaket nur gegen Entgelt freischaltet, wäre wohl das für die Politik lukrative öffentlich-rechtliche Geschäftsmodell infrage gestellt. Früher gab es um Mitternacht im Radio die Programmansage „Sie hören...“, heute würde man wohl sagen: „Sie hören das Programm des Berliner Affenzirkus und der daran angeschlossenen Narrenhäuser“.

Dieter Placht

Bruckmühl

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