Pöstchenwirtschaft

Zum Bericht „Grüne fordern BR-Intendantin“ (TV-Seite):

Der Vorwurf der Grünen-Landtagsabgeordneten Sanne Kurz, dass die Vorschläge von Nachfolgekandidaten für Intendant Ulrich Wilhelm „einzig politisch motiviert“ seien, verwundert mich. Die Medien Radio und auch TV stammen noch aus der Zeit von Pferdekutsche und Dampflok, und Politik spielt dabei schon immer eine Rolle. Auch die Zwangsfinanzierung dazu ist schon seit jeher fester Bestandteil des Systems. Während sich das Verkehrswesen auch ohne diese allgemeine Zwangsabgabe weiterentwickelt hat, ist dies bei den öffentlich-rechtlichen Medien kaum der Fall.

Mit dem PC und Internet streaming wurde einfach die Bezeichnung Internet radio eingeführt, und automatisch ist weiterhin der „Beitrag“ fällig, weil ja ein „Empfang von Radio und TV“ möglich ist.

Es ist auch auffällig, dass in digitalen Geräten, wie Handys, Tablets oder Bluetooth-Lautsprechern, einfach ein UKW-Radio verbaut ist (zwangsweise?). Ein Nutzwert in Bezug zur Funktion der Geräte ist nicht vorhanden.

Die Herausforderung für einen neuen Intendanten(in) dürfte wohl darin bestehen, die politische Pöstchenwirtschaft auch in Zukunft mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten – oder sollte man dies als systemrelevante Korruption bezeichnen?

Auch wenn dieses Land digital mit DAB plus zugepflastert wird, die „Reichweite“ (Anzahl der Hörer eines Programms) sinkt überwiegend seit Langem. Weshalb wohl?

Dieter Placht

Bruckmühl

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