Den Plastikmüll besser verbrennen als „recyceln“

Zu „Verbot von Plastik 2021“ (Kommentar von Christian Vordemann im Politikteil):

Obwohl ich mit Ihnen einiggehe, dass die Vermeidung der übermäßigen Verwendung von Plastikprodukten durchaus sinnvoll ist, gehen die von der EU beschlossenen Verbote am Kern des Problems vorbei. Der größte Teil des Plastikmülls in den Weltmeeren stammt nicht aus der EU, sondern wird über die großen Flüsse in den sogenannten Entwicklungsländern in die Meere getragen.

Betrachtet man die Angelegenheit aus der Sicht eines ägyptischen Bauern, so war dieser es über Jahrtausende gewohnt, dass er seinen Müll quasi vor der Haustür entsorgte, der durch natürliche Zersetzung verschwand. Durch die modernen Produkte, die er nutzt, ist er mit Müll konfrontiert, den er wie gewohnt entsorgt. Das Ergebnis sind Müllhalden entlang des Nils mit Plastikbestandteilen. Die meines Erachtens einzig vernünftige Lösung wäre, das Plastik zu verbrennen. Sinnvoll wäre es, wenn in den technischen Universitäten dieser Länder einfache, kostengünstige Öfen entwickelt werden, die ein rückstandsfreies Verbrennen von Plastikmüll ermöglichen. Da gerade in den Ländern Afrikas und Asiens die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und hygienischen Lebensmitteln stark von der Verwendung von Plastikverpackungen abhängt, ist ein generelles Verbot von Plastik keine Option.

Von der Politik bei uns werden immer wieder steigende „Recyclingsquoten“ für Plastik gefeiert. Sieht man genau hin, so wird auch aus Deutschland Plastikmüll exportiert – erst nach China, jetzt nach Indonesien – und als „recycelt“ deklariert. Statt den Plastikmüll aus der Welt zu schaffen, was mit unseren technischen Möglichkeiten leicht möglich wäre, wird mit riesigen Kosten eine Wiederverwendung propagiert, die keinen Sinn macht. Wenn wir das Plastikproblem lösen wollen, sollte das Motto lauten: „Verbrennt das Plastik!“ und nicht „Verbietet Plastik!“.

Gunthard Anderer

Feldkirchen-Westerham

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