Pflegekräfte müssen sich besser gewerkschaftlich organisieren

„Stell dir vor: Es ist der 1. Mai – Tag der Arbeit – und die OVB-Heimatzeitungen veröffentlicht dazu weder vor noch nach diesem Tag einen Artikel dazu.

Das erstaunt wirklich! Daher nachträglich noch ein paar persönliche Gedanken: Landauf und landab werden aktuell aufgrund der „Corona-Krise“ die in den Pflegeberufen Tätigen vollkommen zu Recht als „Helden“ beklatscht. Es freut mich sehr, dass dieser Personenkreis endlich die Aufmerksamkeit und Wertschätzung in der Öffentlichkeit erfährt, die dieser schon lange verdient gehabt hätte. Das gilt generell für Beschäftigte in den Dienstleistungsberufen, wie etwa Polizisten, Feuerwehrleute, Zustellkräfte, Lkw-Fahrer und die in den Erziehungsberufen tätigen Menschen.

Es freut mich, dass daran gedacht ist, dem Pflegepersonal einen Bonus in Form einer Geldprämie zukommen zu lassen. Auch die Anhebung der Mindestvergütung in diesem Bereich ist positiv zu bewerten.

Es ärgert mich, dass die Forderung der Gewerkschaften nach einem für alle Pflegefirmen verbindlichen Branchentarifvertrag immer noch kontrovers diskutiert wird. Als überzeugter, im ehrenamtlichen Bereich engagierter Gewerkschafter appelliere ich an die im Pflegebereich beschäftigten Arbeitnehmer, sich stärker als bisher gewerkschaftlich zu organisieren. Nur so kann der Druck, bessere Arbeits- und Lohnbedingungen durchzusetzen, erhöht werden. In privaten Heimen gibt es nur in jedem zehnten Haus einen Betriebsrat. Der Organisationsgrad ist leider nicht sehr ermutigend, wobei ich die besondere Situation der meist weiblichen Beschäftigten nicht verkennen möchte. Schade! Die Kundgebung am 1. Mai wäre ein geeignetes Forum gewesen, die Situa tion im Gesundheitswesen anzusprechen und für Verbesserung zu kämpfen.

Gert Hilger

Waldkraiburg

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