Pferdemarkt: Wo ist der „Rosstäuscher“?

Zu dem Artikel „Pferdemärkte – eine bunte Historie“ (Sonderseite):

Die Pferdemärkte waren also über Jahrhunderte auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der „Schmuser“ brachte Käufer und Verkäufer zusammen. Er war also ein Vermittler, deshalb nannte man früher auch einen Heiratsvermittler so. Was ich in dem Artikel vermisse, ist der „Rosstäuscher“. Dieser täuschte Kunden mit zum Teil illegalen Tricks über den Zustand des Pferdes. So wurden Pferden kurz vor dem Markt Pfefferpillen in den After eingeführt, und sie hatten dann den sprichwörtlichen „Pfeffer im Arsch.“ Oder die Pferde erhielten einige Zeit vorher Arsenik, wo rauf sogar ältere, schwächere Tiere ein glänzendes Fell und „blühendes“ Aussehen bekamen. Derart wirken nur kleinere Mengen, in höherer Dosierung war Arsenik seit der Antike das mit Abstand am meisten verwendete Gift. Und trotzdem gab es „Arsenikesser“ – Personen, die regelmäßig kleine Mengen Arsenik als Droge zu sich nahmen, wie im 19. Jahrhundert in Tirol üblich. Chemisch handelt es sich um Diarsentrioxid, ein weißes Pulver, das beim Abbrennen von metallischem Arsen entsteht. Auch bei „Arsen und Spitzenhäubchen“ ist Arsenik das Gift und nicht das Element Arsen.

Dr. Richard Kirchlechner

Rott

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