Patienten zweiter Klasse

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Von dieser Ankündigung ist nur der Kassenpatient, nicht aber der Privatpatient, betroffen. So ganz nebenbei kommt dabei wieder zum Ausdruck, dass der Kassenpatient eben doch nur Patient zweiter Klasse ist. Die Krankenkassen als Träger der gesetzlichen Krankenversicherung begründen den Lieferengpass damit, dass man aus Sparsamkeitsgründen nur einen Hersteller mit der Produktion des Impfstoffes präferiert hat. Die Firma Novartis ist offensichtlich aber nicht in der Lage, rechtzeitig zu liefern. Diese Fehleinschätzung der Kassen wird somit auf dem Rücken der Kassenmitglieder ausgetragen und hat in der Tat, wie es der Münchner Mediziner Frühwein ausdrückt, etwas skandalöses. Dies lässt sich auch nicht dadurch wegdiskutieren, dass von Kassenseite jetzt erlaubt wird, vereinzelt Kassenpatienten doch mit Impfstoff anderer Hersteller zu immunisieren. Es ist an der Zeit, Proteste gegenüber den Krankenkassen nicht mehr nur der Ärzteschaft zu überlassen. Auch Kassenmitglieder sollten sich verstärkt zu Wort melden.

Manfred Fischer

Mühldorf

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