Parteiinteressen bei Öffentlich-Rechtlichen

Zu den Berichten „Gemeinsam durch die Nacht“, „Die Nummer eins, neue BR-Intendantin Katja Wildermuth“ (Seite Kultur & TV):

Wenn ich lese, dass die ARD-Sender bis Ende 2024 rund 1,5 Millionen Euro bei Verkehrsinformationen einsparen, wäre die Frage, ob solche Beträge überhaupt der Rede wert sind und nicht einfach nur lächerlich wirken. Die großen Einsparungen darf dann der Nachfolger von Herrn Buhrow vornehmen. Der neuen Intendantin des Bayerischen Rundfunks, Katja Wildermuth, wird es vermutlich nicht langweilig werden, aber auch dies dient nur der Aufrechterhaltung des Geschäftsmodells, des Zwangsbeitrages. Früher hätte man gesagt „Klappern gehört zum Handwerk“.

Bei manchen Leuten im Österreichischen Rundfunk (ORF) würde ich dies eher als grundloses Fassadengeheule bezeichnen. Was die Rundfunkfreiheit betrifft, hat es sich meiner Überzeugung nach mehrfach gezeigt, dass diese Medien ein Teil von machtpolitischen Interessen sind, etwa durch die Auswahl in der Berichterstattung. Die Beitragsempfehlungen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) sind nicht gänzlich nachvollziehbar. Weshalb sollten die Geschäftsmodelle einiger weniger von allen zwangsweise bezahlt werden? Bekannte Beispiele sind ja Formel 1, Fußball oder auch Olympia.

Wenn man die Kosten für Radio- und TV-Empfangsgeräte mit den Ausgaben für den Rundfunkbeitrag vergleicht, so ist über ein, zwei Jahre gesehen dieser oft der größere Ausgabenposten. Mit der crossmedialen Verbreitung „der tollen Inhalte“ wird nur mit allen Mitteln ein Machtanspruch verteidigt. Ohne selber eine politische Partei zu vertreten, fällt es mir leicht, „auf die Tag für Tag produzierten Qualitätsinhalte“ der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu verzichten.

Dieter Placht

Bruckmühl

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