Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


OVB-Leserforum

„Haben deutsche Politiker aus dummer Arroganz ihre Augen verschlossen“? Welche Folgen der Krieg hat

Eine Frau legt ein Spielzeugauto an einem Gedenkort für die Opfer des russischen Raketenangriffs auf ein Einkaufszentrum ab.
+
Eine Frau legt ein Spielzeugauto an einem Gedenkort für die Opfer des russischen Raketenangriffs auf ein Einkaufszentrum ab.

Wer ist schuld am Krieg in der Ukraine und welche Folgen hat das für uns? Die Meinungen im OVB-Leserforum gehen weit auseinander.

Wolfgang Matschke von Maikowski (Rott): Streben nach Macht ist Grund allen Übels – soweit können die meisten Menschen wohl noch zustimmen. Was im Leserbrief von Lothar Steinert jedoch folgt, ist an Absurdität und Geschichtsfälschung kaum zu überbieten. Hier wird dem „Kapitalismus“ und der Nato die Kriegsschuld in der Ukraine zugeschoben. „Ein sozialistisches Land aber hat kein Bestreben, andere Länder zu überfallen“. Wie bitte? Neben dem innerstaatlichen Terror linker Revolutionäre, die ja auch in Deutschland mit ihrer Räterepublik 1919 die erste rote Diktatur errichteten und in Russland und anderswo durch innerstaatlichen Terror unzählige Opfer forderten, ist wohl eine Aufzählung von Überfällen und Kriegen gegen Nachbarn notwendig. Sowjetunion: kurz nach der Gründung von Polen, 1939 Einmarsch in Polen, den baltischen Staaten und Bessarabien, 1941 Überfall auf Finnland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Einsetzen oder Unterstützen kommunistischer Systeme in Osteuropa und Nordkorea. China: 1949 Einmarsch in Tibet mit massiver Unterdrückung, sozialistische Experimente unter Mao mit vielen Millionen Hunger- und Lagertoten, Koreakrieg bis hin zu neokolonialistischer Machtpolitik insbesondere gegen ärmere Länder, gepaart mit allen Unterdrückungsmechanismen gegen demokratische Bestrebungen und ethnische Minderheiten. Die Namen kommunistischer Massenmörder und Täter lassen sich lange fortführen: die Kims in Korea, Pol Pot in Kambodscha, Fidel Castro in Cuba, Hugo Chaves in Venezuela und so weiter.

„Der wirtschaftliche Schaden ist immens“

Klaus Bleyl (Bad Feilnbach): Wenn Großes in der Weltpolitik geschieht, gehen Sie getrost davon aus, dass das genauso geplant war (frei nach US-Präsident Theodore Roosevelt). Inflation, Zinspolitik, Ukraine, Fluchtbewegungen: Diese Themen sind Kollateralschäden und eng miteinander verwoben. Sie sind nicht das Ergebnis von Verschwörungen, sondern von handfester Interessenwahrung der Großmächte. Es kam nicht von ungefähr, dass 2014 drei Präsidenten die Ukraine führten. Der Moskau zugetane Janukowytsch wurde in die Flucht geschlagen und durch zwei dem Westen zugetane Präsidenten Turtschinow und Poroschenko abgelöst. Für den kriegsfreudigen Putin der passende Zeitpunkt, die Krim zu annektieren. Vermutlich sah er die Operationsmöglichkeit seiner Schwarzmeerflotte durch die neuen Präsidenten gefährdet. Der Westen protestierte erfolglos.

Um Russland wirtschaftlich zu schwächen, wollte Präsident Trump das Russengas durch amerikanisches Fracking-Gas ersetzen. Und Biden versprach, Nordstream 2 final zu verhindern. Das Versprechen wurde gehalten. Putin überfiel die Ukraine, um die Uhr wieder auf Januar 2014 zu stellen. Aber mit welchen Folgen für die EU, die Ukrainer und die Völker Afrikas, die wie immer wegen Überbevölkerung und Hunger nach Europa fliehen werden?

Der wirtschaftliche Schaden für Europa ist immens. Der Industriestandort Deutschland geht in die Knie. Wohl nicht zufällig sind Handelsketten unterbrochen (dank China). Russland selber hat keinen messbaren Schaden. Alles blieb im Fluss, nur anders. Die Frage ist: Haben EU-Politiker, vornehmlich deutsche, mangels geopolitischer und geostrategischer Erfahrung oder schlicht aus dummer Ignoranz heraus ihre Augen bei der vorhersehbaren Entwicklung verschlossen?

„Ein Ende der russischen Gewaltorgien ist nicht ins Sicht“

Gerhard Mania (Neumarkt-Sankt Veit): Eingeschüchterte, mit Denk- und Sprechverboten belegte Gesellschaften sind ein leichtes Opfer für entschlossene Machtmenschen. Diktatoren jeder Art fühlen sich geradezu dazu animiert ihre – aus unserer Sicht – perversen Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Sogar gestandene Staatenlenker wie Emanuel Macron glauben (und er sagt es ja auch), Diktator Putin fühle sich vom Westen unverstanden, und wir berücksichtigten seine komplizierte Psyche nicht. Deshalb sei er geradezu gezwungen gewesen, die Ukraine zu überfallen und fürchterliche Verbrechen zu begehen.

Ein Ende der russischen Gewaltorgien mit Tausenden Toten ist noch nicht in Sicht. Auch der türkische Diktator Erdogan lässt die Weltöffentlichkeit nicht im Unklaren über seine imperialistischen Ziele. Ein paar griechische Inseln sollen es schon sein, die er seinem Reich einzuverleiben gedenkt. Mit vielen Milliarden Euro finanziert unter anderem Deutschland die überdimensionierte türkische Militärmaschinerie. Auch Erdogan weiß, wie man Milliarden unter anderem mit der Androhung von Migrationsströmen erpresst.

Länder wie Polen oder Israel versuchen, derartigen Erpressungsversuchen mit Grenzbefestigungen zu begegnen. Finnland erwägt, um künftigen Erpressungsversuchen vorzubeugen, über 1000 Kilometer Grenzzäune an der russischen Grenze zu bauen. Wenn die westlichen Demokratien die Ukraine nicht mit allen Mitteln unterstützt, den russischen Aggressor zurückzuschlagen, wird die Büchse der Pandora nicht mehr zu schließen sein. Außer den genannten Autokraten gibt es noch eine Reihe anderer künftiger Kriegsverbrecher.

„Kriegsverbrecher Putin“

Volker Lindner (Au): Als Jugendlicher war ich von der Friedensbewegung fasziniert, vielleicht war ich auch naiv und zog den falschen Schluss. Ich verweigerte den Kriegsdienst. Dies würde ich heute auf keinen Fall mehr tun. Aber die Konservativen, mit denen ich schon damals stritt, waren und sind bis heute keinen Deut besser. Sie standen nach außen hin immer zur Bundeswehr, haben sie aber gründlich heruntergewirtschaftet und für eine miserable Einsatzbereitschaft gesorgt. Nun, viel kann ich als Älterer ja nicht mehr tun. Aber wenigstens mit der Waffe „Wort“ kann ich arbeiten, so wie es in Rom geschah mit dem Satz „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam.“ Ab jetzt also nie mehr allein Putin sagen, sondern der Wahrheit Ausdruck verleihen: Es muss immer heißen „Kriegsverbrecher Putin“.

„Wer spielt hier Roulette auf Kosten anderer“?

Bernward Schmidt (Prutting): Leserbriefe von Herrn Pfannkuchen „glänzen“ durch mangelnde Kenntnisse, Unwahrheiten, Unterstellungen, Beleidigungen: Russland beispielsweise mit der Sowjetunion gleichzusetzen, ist schlichtweg falsch. Und der US-Verteidigungsminister hat in Ramstein die wirtschaftliche und politische Schwächung, nicht Vernichtung Russlands gefordert. Die laut Herrn Pfannkuchen verblendete ukrainische Führung spielt angeblich russisches Roulette.

Dabei ist allein durch den Ausdruck klar, wer hier auf Kosten anderer Roulette spielt. Ein nicht ganz zurechnungsfähiger Schreihals gebe mit perfiden Reden Deutschland die Schuld am Ukraine-Krieg. Falls mit diesem Schreihals Herr Melnyk gemeint sein sollte, ist dies die nächste Lüge, den der fordert Hilfe und Waffen. Die Kriegsschuld hat er uns aber nie gegeben, sondern ausschließlich und berechtigterweise Russland. Politisch Andersdenkende (Grüne, SPD, CDU, FDP) bezeichnet Herr Pfannkuchen als Traumtänzer, unfähig, Klugscheißer, Gurkentruppe, Geisterfahrer, Hypochonder, Wichtigtuer mit mäßigem Verstand. Ich denke, dieses Niveau spricht für sich.

Einen besseren, an Wahrheit und Fakten nicht interessierten Propagandisten seiner Politik könnte sich Putin mit dieser „Stimme Moskaus“ aus Riedering kaum wünschen, da ist jemand ganz extrem am äußersten politischem Rand unterwegs. Eine Frage noch an Herrn Pfannkuchen: Er behauptet, wer Rot/Grün wähle, bekomme Krieg wie 1998. Meint er da den zweiten Tschetschenien-Krieg, den wohl Putin durch inszenierte Anschläge auslöste? Eher nicht, denn der begann erst 1999, wie der historisch so bewanderte Herr Pfannkuchen sicher weiß.

Kommentare