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Leserbriefe

„Pflicht zum Zölibat auf Dauer nicht lebbar“: Die Kirche bleibt in der Dauerkritik

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, äußert sich in einer Pressekonferenz zum Gutachten zu sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im katholischen Erzbistum München und Freising.
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Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, äußert sich in einer Pressekonferenz zum Gutachten zu sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im katholischen Erzbistum München und Freising.

Der Missbrauchsskandal in der Kirche beschäftigt auch die OVB-Leser weiterhin. Besonders im Blickpunkt: Das Thema Zölibat und Amtsträger als Täter.

Ilse Sixt, Oberpframmern: Der ehemalige Papst Benedikt XVI., bürgerlich Josef Ratzinger, schreibt in seinem Buch: „Theologie und Ethos“: „In seinem Intimum berührt sich das Christliche durchaus mit dem allgemein Menschlichen, und es ist vielleicht doch nicht so falsch zu sagen, das Allerchristlichste sei das Allermenschlichste.“ Mut zum ehrlichen Erkennen und Mut zum Handeln sind die Waffen der Aufklärung. Erst muss Christus nicht nur als Gott und Mensch, sondern auch als Mann in seinen Nachfolgern wieder zum Leben erweckt werden. Wer den Pflichtzölibat als die höhere Lebensform hinstellt, verletzt die Gleichheit der Gläubigen. Wer ihn zum Gesetz erhebt, kritisiert die Schöpfung Gottes! Wenn einem jungen Mann die „Pflicht“ auferlegt wird, zölibatär zu leben, ist er mit Gott allein. Er geht nach der Priesterweihe in ein „leeres“ Zimmer. Trotz seiner Begeisterung stößt er über kurz oder lang an die Grenzen dieser unmenschlichen Lebensform. Was mich aber am meisten frustriert, sind die Bischöfe und Kardinäle, die aus Erfahrung wissen, dass die Pflicht zum Zölibat auf Dauer nicht lebbar ist und sie es trotzdem ohne Gewissensbisse wagen, die jungen Männer in die Sackgasse zu führen. Ein Gesetz, das soviel Unrecht und Verzweiflung mit sich bringt, muss schnellstmöglich aufgehoben werden! Nur so gelingt die Neuevangelisierung! „Ja, wo kämen wir denn da hin, wenn keiner ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn endlich einer ginge“, lautet ein Zitat von Kurt Marti.

Veronika Fluhrer, Reichertsheim: Der Leserbrief von Helmut Materna stellt heraus, dass die Verantwortlichen im Missbrauchsskandal schwer belastet werden und fragt nach der Rolle der Erziehungsberechtigten. Für mich hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Die Verantwortlichen, das sind die Täter und die Amtsträger. Warum sollen die Täter nicht belastet werden? Und die Verantwortlichen, die weggeschaut haben, falsche Aussagen gemacht haben, das Handeln der Täter zugelassen haben? Auf der anderen Seite sind die Opfer, meist Kinder. Opfer sind häufig wehrlos, werden von den Tätern „stumm gemacht“, schämen sich für das, was ihnen passiert ist. In dem Fall des kirchlichen Missbrauchs waren beziehungsweise sind sie auch Opfer der kirchlichen Strukturen sowie des Verständnisses von einer Kirche, die zum Heil aller Menschen da ist, und das ausnahmslos. In den Missbrauchsfällen in der Kirche ist es das unfassbare Leid, das viele Gläubige, auch Eltern, erschüttert. Wie verzweifelt sind Eltern, denen sich die missbrauchten Kinder anvertrauen, beziehungsweise wie geht es Eltern, die jetzt erfahren, dass ihren Kindern Leid zugefügt wurde? Sie nehmen selbst Schuld auf sich, den kirchlichen Mitarbeitern vertraut zu haben, nichts bemerkt zu haben, sie werden selbst zu Opfern, die um Versöhnung mit ihren Kindern ringen. Für viele Opfer standen die Erziehungsberechtigten als Ansprechpartner nicht zur Verfügung, sie kamen selbst aus belasteten Familienverhältnissen und haben sich Erwachsenen, die zu Tätern wurden, anvertraut. Die Frage nach der Rolle der Erziehungsberechtigten ist hier nicht gerechtfertigt. Sie kann auch nicht der Inhalt eines Gutachtens sein, das vom Erzbistum München-Freising in Auftrag gegeben wurde.

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