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OVB-Leserforum: Putin ein „Narzisst“ oder kompromissbereit?

Schwere Waffen für die Ukraine: Rückt der Frieden nun in weite Ferne?

Der russische Präsident Wladimir Putin im Kreml im Anschluss an eine Sitzung des Staatsrates.
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Der russische Präsident Wladimir Putin im Kreml im Anschluss an eine Sitzung des Staatsrates.

Der Ukraine-Krieg entzweit weiterhin unsere Leserschaft: Ist es Putin, oder die ukrainische Führung, welche Schuld an der Prolongierung des Konfliktes trifft? Und ist die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine eine echte Hilfe oder einem Friedensschluss hinderlich?

Hans Buchholz (Stephanskirchen): Einige Anmerkungen zum Brief von Herrn Entner. Erstens: Wer ist hier in Deutschland aktiv am Krieg beteiligt? Wir leiden lediglich und sehr passiv unter den Folgen unserer Unterstützung. Zweitens: Überlegen Sie mal, was wäre, wenn die Russen nicht angegriffen hätten: kein Krieg!

Nikolaus Oppenrieder (Rosenheim): Sehr geehrter… – nein, Herr Putin. Sie haben im Februar 2022 befohlen, die Ukraine vom nazistischen Joch zu befreien. Bei genauerem Hinsehen aber fällt auf, dass die Unterjochten gar nicht befreit werden wollen, sich gar vehement gegen die Befreiung wehren, ja ihre armen Soldaten, samt Gerät, zu Abertausenden vernichten. Niemand heißt Sie also willkommen. Sollte Ihr Plan gelingen, es wäre das Paradebeispiel eines Pyrrhussieges. Sie regieren ein Land, dem Sie außer Tod und Verwüstung nichts gebracht haben. Dem Sie nichts, absolut nichts für eine bessere Zukunft versprechen können. Derjenige, der zuletzt einen solchen Krieg in Europa geführt hat, war ein gewisser Herr Hitler, von Beruf Nazi.

Wie ihm, so geht es auch Ihnen um „Größe und Macht des Reiches“. Und natürlich, Sie fühlen sich bedroht vom Westen, der an den Grenzen zu „Ihrem“ Reich steht. Aber seien Sie versichert, niemand will Ihr Land okkupieren. Keiner hat Interesse daran, ein riesiges, desolates Land, dessen Wirtschaftskraft kleiner als die Italiens ist, zu betreten. Sie wären ein „Großer“ der Geschichte geworden, hatten alle Chancen dazu, Ihr Land erstmals in seiner Geschichte in Richtung einer demokratischen Entwicklung zu lenken. Noch viel bedeutender in der Geschichte wären Sie geworden, hätten Sie dazu aufgerufen und aktiv mitgewirkt, alle Waffen zu vernichten und die freien Mittel in die Entwicklung Ihres maroden Landes zu stecken.

Stattdessen stellen Sie sich in eine Reihe mit den fiesesten Typen der Erdgeschichte. Und das alles nur, damit Sie täglich vor den Spiegel treten können, um sich zu versichern: „Ich bin der Größte“? Das nennt man Narzissmus. Gibt es eigentlich einen nazistischen Narzissten?

Lothar Schultz-Pernice (Rosenheim): Ich bezweifle, dass für die Mehrheit der Ukrainer die Frage der Zugehörigkeit der Krim und des Donbass zur Ukraine oder zu Russland so wichtig ist, dass sie deshalb diesen verheerenden Krieg mit seinen Opfern, seiner Zerstörung, dem Leiden und dem Verlust an Lebensqualität befürwortet und bis zum bitteren Ende weiterführen möchte. Dies auch deswegen, weil diese Gebiete ja erst mehr oder weniger zufällig 1955 der Ukraine zufielen und deren Einwohner teilweise ohnehin zu Russland tendieren. Aber offenbar interessiert das die nationalistisch eingestellte ukrainische Führung gar nicht. Sie will um jeden Preis ihre Maximalforderung durchsetzen und ihre sogenannte territoriale Integrität aus der Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion wiederherstellen.

Das aber ist eine Utopie. Ohne zumindest einen Teilerfolg werden Putin und die Hardliner in Moskau nicht aufgeben. Das zeigt Putins Krieg gegen die Zivilbevölkerung durch Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur – meines Erachtens eine Verzweiflungstat, weil Russland auf dem Schlachtfeld in die Defensive geraten ist. So soll die Ukraine kompromissbereit gemacht werden. Das gelingt aber nicht, weil die ukrainische Führung ihre Ziele ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung verfolgt.

Meiner Meinung nach wäre Putin, der diesen Krieg wohl nie so wollte, durchaus zu gewissen Zugeständnissen bereit. Dass der Westen an einem baldigen Frieden nicht wirklich interessiert ist, zeigt sich daran, dass er keinen Druck auf die Ukraine ausübt, mit Russland zu verhandeln. Stattdessen liefert er immer schwerere Waffen. Der Krieg wird auf diese Weise mit unsicherem Ausgang noch lange weitergehen. Da nützen noch so schöne Friedensbeteuerungen nichts!

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