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OVB-Leserforum

Missbrauch, Missionierung, Gewalt, Putin: Ist „die Kirche ist ein Wolf im Schafspelz“?

Der russische Präsident Wladimir Putin (links) und der Vorsteher der Russischen-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I.
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Der russische Präsident Wladimir Putin (links) und der Vorsteher der Russischen-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I.

Der Zustand der Kirche beschäftigt die OVB-Leser weiterhin - die Reaktionen auf die Sünden der Vergangenheit und Gegenwart sind teilweise überdeutlich.

Jürgen Nothaft (Ampfing) Gerne kann ich dem Leserbrief-Schreiber Herrn Müller helfen und meine Beispiele erklären. Die Kirche ist ein Wolf im Schafspelz. Das zeigen die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle und der Umgang damit. Verbrechen aus der Vergangenheit sind Belege für die Verschlagenheit dieser Organisation. Grausam sind die Berichte zur gewaltsamen Missionierung sogenannter Heiden, zum Beispiel im Zuge der Kolonialisierung. Im Mittelalter hat man die perversen Gewaltfantasien weiter ungezügelt ausgelebt. So wurden im Zuge der Inquisition unzählige unschuldige Menschen grausam gefoltert und massakriert.

Mord und Gewalt haben also Tradition in dieser „Sekte“. Zum „Ergaunern von Reichtümern“ darf ich an die Kreuzzüge erinnern. Vom Papst angestiftet, machten sich reiche Adelige mit teuer erkauften Ablassbriefen in der Tasche auf, mit dem Segen der Kirche Andersgläubige in fernen Ländern abzuschlachten. Das Himmelfahrtskommando überlebten wenige. Wer hat sich wohl die Besitztümer der Gefallenen einverleibt?Immer noch macht die Kirche gute Geschäfte mit dem Tod. Erbschleicher würde man eigentlich jemanden nennen, der sich als Fremder mit Lügen und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an oft senile, betagte Menschen heranmacht und sie mit altbewährten, falschen Versprechungen (Himmel) und Drohungen (Hölle) zur Übertragung des Erbes nötigt.

Was will Herr Müller mit der Auflistung der Milliardeneinnahmen sagen? Interessanter wäre da eine Aufstellung der wirklich eingesetzten Eigenmittel der „Träger“ bei zum Beispiel katholischen Kindergärten. Schlussendlich möchte ich mich entschuldigen, wenn ich Menschen, die beim heutigen Wissenstand ernsthaft Geister anbeten, den gesunden Menschenverstand abspreche. Nein, die sind genau so schlau wie die, die 72 Jungfrauen im Himmel erwarten.

„Gehässige Unterstellungen“

Ulrich Kretzschmar (Prien): Wenn jemand mit triftigen Gründen den christlichen Glauben anzweifelt, wollen Gläubige das oft nicht wahrhaben und flüchten sich in alle möglichen Ausreden. Nach demselben Schema reagiert Herr Oberberger in seinem Leserbrief auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.

Er hält diese nur für „angeblich“, obwohl sie in diversen Gutachten mit Fakten glaubwürdig dokumentiert sind. Dabei wird natürlich auch nach Art und Schwere des Vergehens genau unterschieden, was er pauschal abstreitet. Der Papstbruder Georg Ratzinger zum Beispiel ist dort wahrscheinlich als ein „Schläger“ registriert, der mit seinen „gescheiten Watschn“ so manchen Regensburger Domspatzen verstummen ließ und ihm die Tränen in die Augen trieb. Weiterhin vermutet er, dass Missbrauchsfälle nur deshalb erst nach über 50 Jahren gemeldet werden, weil die Opfer darauf spekulieren, jetzt dafür Entschädigungen kassieren zu können. Sexuelle Opfer werden in habgierige Täter umgedeutet. Dass die klerikalen Täter ihre Vergehen jahrzehntelang vertuschen konnten und ihre Opfer aus Scham jahrzehntelang schwiegen, kann sich Herr Oberberger nicht vorstellen.

Seine gehässigen Unterstellungen gegenüber den Missbrauchsopfern verraten zugleich eine beschämende Mitleidlosigkeit bezüglich ihres persönlichen Schicksals. Darüber hinaus versucht er, die heutigen Missbrauchsfälle als „geringstes Übel“ gegen die Zeit von vor 500 Jahren auszuspielen (er meint wohl die damals an Hexen, Ketzern und Juden verübten religiösen Gräuel mit vielen tausend Todesopfern). Aber beides kann man weder miteinander vergleichen, noch daraus eine Entschuldigung ableiten. Wer sich berufen fühlt, von anderen Menschen die Sünden anzuhören und ihnen diese zu vergeben, muss selber ein weitgehend sündloses Leben führen.

„Okkulte Sekte“ und „Mörderbande“

Richard Hofbauer (Rosenheim): Herr Peter Müller mokiert sich über den Leserbriefschreiber Jürgen Nothaft über dessen Sichtweise und Ausführungen bezüglich der katholischen Kirche. Dabei sind die Ausdrücke über eine „okkulte Sekte“, den „Deckmantel der Mildtätigkeit“, „mafiöse Organisation“ und der Refinanzierung von staatlichen Stellen sowie „scheinheiligen Banden“ und „einträglichen Ablassgeschäften“ nur zurückhaltend dargestellt. Wer die Mörderbanden bei der Eroberung Amerikas, die ermordeten Kinder und Säuglinge in den Klöstern und Internaten von Kanada bis Irland nachliest und wer selbst die Schikanen und Verbrechen erlebt hat, kann sich dieser Beurteilung nur anschließen. Nur die Kirchenaustritte können diese zwangsverpflichteten Horden auf ein Sektenniveau abstrafen und unschädlich machen.

„Mir macht die Atomkrieg-Aussage von Putin Angst“

Ulrich Brenner (Rosenheim) Leider prangert Kardinal Müller nur Putin als Verbrecher und Sünder an. In meinen Augen versündigen sich die mächtigen Kirchenmänner nicht weniger am Christentum. Insbesondere die Mächtigen der russisch-orthodoxen Kirche, die ganz offensichtlich seine Politik sogar unterstützen.

Schade, dass von den Mächtigen der Kirche keine klaren, dem Christentum entsprechenden Aussagen und Stellungnahmen mit aller Deutlichkeit kommen. Auch die Mächtigen der Kirche, allen voran der Patriarch Kyrill I., versündigen sich nicht weniger am Christentum.

Kardinal Müller versucht, die Verantwortung der Institution Kirche wegzuschieben, indem er sagt, dass es deprimierend sei, dass ein einzelner Mensch einen solchen Krieg mit Tausenden von Opfern vom Zaun brechen könne. Er kann dies nur, weil er sehr viele Helfer hat, die ihre eigene Machtgier befriedigen und nur auf ihren eigenen materiellen Vorteil aus sind.

Mir macht die Aussage von Putin Angst, dass es in einem Atomkrieg keine Sieger geben kann und er niemals begonnen werden darf. Er hat ja schon öfter bewiesen, dass er genau das Gegenteil von dem macht, was er ankündigt.

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