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OVB-Leserforum

„Keine seelenlosen Gebärmaschinen oder Lustobjekte“ - Abtreibungsrecht erzürnt die Frauen

Rhiannon Edwards (links) aus Menlo und Arynssa Lester aus Des Moines während einer Kundgebung für reproduktive Freiheit in den USA.
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Rhiannon Edwards (links) aus Menlo und Arynssa Lester aus Des Moines während einer Kundgebung für reproduktive Freiheit in den USA.

Dass Abtreibungen in den USA jetzt vielerorts verboten sind, beschäftigt auch hierzulande weiterhin viele Menschen. Vor allem die Frauen sind erzürnt.

Gudrun Baumann-Sturm (Raubling): Immer wieder äußern sich meist Männer zum Thema Abtreibung, ohne selbst etwas dazu beizutragen, wenn es darum geht, Abtreibungen zu verhindern – zum Beispiel durch jahrelange Zahlung von Unterhalt an Frauen oder Familien, oder aber eine Adoption. Niemand weiß, wie viele ungewollt Schwangere bei einer Abtreibung ums Leben gekommen sind.

Es ist wohl ein psychologisches Problem der Männerwelt, dass Frauen nicht mehr alles gebären wollen. Frauen sind keine seelenlosen Gebärmaschinen oder Lustobjekte. Für viele sind wohl Kinder willkommene Arbeitskräfte oder zukünftige Rentenzahler.

Wir wissen, wie gefährlich es werden kann, wenn Menschen ohne Liebe und Zuwendung aufwachsen müssen. Viele Männer begrüßen es, wenn ihre Frauen die Lebenverhinderungs-Pille einnehmen, um sich bedenkenlos der Lust hinzugeben. Man bedenke, dass aus medizinischen Gründen für Frauen die Einnahme der Pille oft nicht infrage kommt. Die Päpste im Vatikan mischen sich samt ihren Anhängern gerne in das Intimleben anderer ein und wollen bestimmen, wie die Familienplanung oder das Sexualleben zu gestalten ist. Weibliche Lust ist da wohl nicht vorgesehen. Womöglich sind Frauen, die keine Kinder gebären können oder wollen, unproduktiv. Frau hat passiv zu sein. Nun stehen sie da und haben nicht mehr die Macht, überall einzugreifen. Das Mittelalter ist vorbei.

„Kaum einer stellt sich die Frage nach dem Warum“

Sonja Pichler (Bad Feilnbach): Mit Erstaunen verfolge ich die Leserbriefe zum Thema Abtreibungsverbot in den USA. Die Argumente der Befürworter beziehen sich fast ausschließlich auf Religion, Schuldzuweisungen, Weltfrieden und so weiter.

Dabei stellt sich anscheinend kaum einer die Frage nach dem Warum? Warum treiben Frauen ihre Kinder ab? Das ist doch keine Entscheidung, die innerhalb von Minuten getroffen wird, und danach geht das Leben fröhlich weiter. Diese Frauen machen das aus einer Not heraus. Sie haben Angst, nicht in dem Sinne für ihr Kind sorgen zu können, wie es das verdient.

Ob es finanzielle Probleme sind, sie keine Unterstützung aus dem Umfeld haben, vom Kindsvater gezwungen werden oder sich einfach psychisch nicht dazu in der Lage fühlen. Aber die Lösung kann doch nicht sein, einer Frau dieses Recht per se abzusprechen. Vielmehr müssen der Frau Lösungen aufgezeigt werden.

Sie muss ausreichend staatliche und gesellschaftliche Unterstützung erfahren, um die neue Situation gut meistern zu können. Ich bin der Meinung, dass ein Staat, der so ein Verbot erlässt, lieber wegsieht und den Frauen die Schuld zuweist, als wirklich an einer Problemlösung interessiert zu sein. Übrigens, von den psychischen Auswirkungen, die eine Abtreibung bei einer Frau hinterlassen, ist nichts zu lesen.

Das ungeborene Kind wird die Frau ein Leben lang begleiten. Sie wird sich ein Leben lang die Schuld dafür geben, auch wenn sie in der damaligen Situation keinen anderen Ausweg wusste. Und das sollten vor allem die männlichen Leserbriefschreiber beachten.

„Kaum eine Chance, eine bezahlbare Wohnung zu finden“

Evelin Seeliger (Rosenheim): Die Leserbriefe bestätigen meinen Kampf für das Leben, den ich schon lange führe. Aktuell erlebe ich, dass eine werdende Mutter, die nur ein etwa 16 Quadratmeter großes Zimmer bewohnt und in Rosenheim geboren wurde, kaum eine Chance hat, für sich und ihr Kind eine bezahlbare (notfalls hilft der Staat) Zwei-Zimmer-Wohnung überhaupt zu bekommen.

Das sind genau jene Voraussetzungen, die ich selbst vor 60 Jahren erlebt habe. Aber damals war das noch einleuchtend – heute nicht mehr. Wir leben in einem der reichsten Länder Europas und haben keinen Platz für unsere Mütter mit ihren Kindern?

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