Olympia und seine Ringe

Zu den Olympischen Spielen 2012 in London und ihren Symbolen (Berichte im Sportteil):

Erfinder der Olympia-Flagge ist der Franzose Pierre de Coubertin. 1913 entwarf er die olympischen Ringe, die erstmals bei den Spielen 1920 in Antwerpen auf der Fahne gehisst wurden. Die farbliche Zuordnung der fünf olympischen Ringe ist dabei alles andere als zufällig. Auf der Weltkarte sind die Erdteile von Westen nach Osten wie folgt dargestellt: Als erster Erdteil, ganz im Westen, liegt Amerika - erster roter olympischer Ring. Warum? Die "rote" Hautfarbe der Eingeborenen. Als nächster Erdteil kommt Europa - zweiter olympischer Ring. Er ist grün wegen des Grüns der Wiesen, Felder und Wälder. Als dritter Erdteil dann Afrika. Warum schwarzer Ring? Der überwiegende Teil der Afrikaner ist dunkelhäutig. Als vierter Erdteil kommt Asien: Der überwiegende Teil der asiatischen Bevölkerung trägt die "gelbe" Hautfarbe. Als fünfter Kontinent folgt Australien. Blau wegen des blauen Himmels und der Lage zwischen Indischem Ozean und Südsee.

Das war der ursprüngliche Gedanke de Coubertins. Warum wurde nun die Flagge bei ihrem ersten Einsatz in Antwerpen um 180 Grad verdreht gehisst, sieben Jahre nach der Gestaltung? Wie entscheidet ein leitender Olympiafunktionär, wenn er gefragt wird, wie sie die Fahne hissen sollten? Er lässt sich eine Weltkarte bringen. Nach einiger Zeit stellen alle Betrachter fest, dass zwei Drittel der Landmasse sich auf der nördlichen Hälfte unserer Erde befinden. Alles klar? Drei Ringe oben, zwei Ringe unten!

Da weht sie nun, die olympische Flagge, seit 1920 bis zum heutigen Tage, um 180 Grad verdreht, auf dem Kopf stehend, eigentlich aber gedacht als weltumspannendes olympisches Dach, um die olympische Idee weltweit zusammenzuführen. Um diesen Gedanken wieder zu verdeutlichen, bräuchte die Olymia-Flagge nur um 180 Grad gedreht und am Mast befestigt zu werden.

Josef Wimmer

Wasserburg

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