„Oh Gott“:Zeichen der Gedankenlosigkeit

Zu „Verwendung von Gottes-Begriffen ist durchaus legitim“ (Leserbrief von Ulrich Kretschmar):

Die angeführten Beispiele sind ein Beleg dafür, wie wenig achtsam Menschen heutzutage mit Gottes-Begriffen umgehen, wenn zum Beispiel junge Mädchen nach jedem zweiten Satz kreischen „Oh Gott!“ oder Erwachsene, wenn sie etwas relativieren wollen, in den Ausruf ausbrechen: „Mein Gott, das ist doch nicht so schlimm!“. Israeliten vermeiden es seit vielen Jahrhunderten, den Gottesnamen JHWH auszusprechen aus Ehrfurcht und aus Furcht, den Namen Gottes zu missbrauchen. Ich bin dafür, dass dieser Name ausgesprochen wird, weil er eine große Verheißung beinhaltet. „Ich werde sein, der ich sein werde“ oder „Ich bin der Ich bin da“ verheißt, „wo immer ihr hingeht und was immer ihr tut, ich werde da sein!“. JHWH hat das selbst angeordnet: „Das ist mein Name für immer und so wird man mich anrufen von Geschlecht zu Geschlecht“ (Ex 3,15). Ich spreche diesen Namen aus, aber mit Ehrfurcht und nicht inflationär als Ausruf des Erstaunens, Entsetzens oder Zorns. Wenn jemand einen Menschen als Gott für irgendetwas bezeichnet, grenzt das an Blasphemie. Es ist ein Zeichen der Gedankenlosigkeit.

Georg Gottinger

Taufkirchen

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