Offene Software-Lösungen wären die bessere Wahl

Zur Berichterstattung über die Digitalisierung an den Schulen (Politik und Lokales):

Eigentlich sollte zwischenzeitlich hinlänglich bekannt sein, dass das Datensammeln der sogenannten „Big Five“ (Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft) als sehr problematisch zu bewerten ist. Diese Monopolisten erlangen langfristig eine Machtfülle, die sich von der Politik nicht mehr richtig beherrschen lassen wird, wie schon die Einflussnahmen auf die großen Zollhandelsabkommen offenbarten. Mittel- und langfristig gefährden wir durch deren Nutzung sowohl unsere Entscheidungsfreiheit als auch unsere Demokratie. Und das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun.

In diesem Zusammenhang ist es sehr problematisch, wenn auf die wohlkalkulierten Werbeoffensiven von Microsoft von staatlicher Seite eingegangen wird und der zugegebenermaßen einfachere Weg gewählt wird, die zweifelsohne sehr gut funktionierenden Anwendungen von Microsoft im großen Stil aufzugreifen. Es widerspricht in diesem Kontext dem demokratischen Grundauftrag unseres Bildungssystems, im digitalen Bereich auf kommerzielle Lösungen zu setzen, anstatt auf Open-Source-Lösungen wie Linux oder Libre Office. Auch wenn diese wie auch Kommunikationsplattformen mühsamer sind als die MS-Anwendungen, muss hier die Förderung der Demokratie absoluten Vorrang haben. Wenn eine breitere Front wie beispielsweise die bayerischen weiterführenden Schulen im großen Stil Open-Source-Lösungen unterstützen, wäre damit eine wichtige Basis geschaffen, diese einerseits bekannter und besser zu machen und andererseits damit Wahlalternativen zu schaffen. Ferner erhöht man die digitale Kompetenz von Schülern nicht durch vereinfachte Anwendungsprogramme, sondern durch Schulung digitalen Hintergrundwissens.

Markus Brunnhuber

Vagen

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