Öffentlich-Rechtliche in der Kritik

Vor allem aus der AfD kommt massive Kritik an der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender.
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Vor allem aus der AfD kommt massive Kritik an der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender.

Zur Berichterstattung über die Regierungskrise in Sachsen-Anhalt (Politikteil) und zu „Unabhängige Medien als Voraussetzung für echte Demokratie“ (Leserbrief von Sepp Genghammer):

Herr Genghammer outet sich als Fan des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Soll es noch geben, war ich auch, irgendwann mal. Das muss zu einer Zeit gewesen sein, als die öffentlich-rechtlichen Sender noch halbwegs neutral waren, als sie noch kritisch die Regierungsarbeit hinterfragt haben. Die Öffentlich-Rechtlichen sind kraft Gesetz zur Neutralität verpflichtet. Wie passt das mit einer jüngst durchgeführten Untersuchung zusammen, nach der sich 92 der ARD-Volontäre dem Rot, rot grünen Lager zuordnen, bei den hauptamtlichen Journalisten wird es nicht recht viel anders sein. Kritischen Medienleuten wie Steimle, Eva Hermann wird gekündigt, Dieter Nuhr bekommt bei nicht ganz systemkonformen Beiträgen Riesenprobleme. Ein Jan Böhmermann aber darf die Gebührenzahler in einer Tour beleidigen und nerven, wie jüngst im Lied, „meine Oma ist Coronaleugnerin“. Man denke auch an das Lied, das der WDR im Frühjahr gebracht hatte. Ein Kinderchor singt: „Meine Oma ist eine Umweltsau.“

Wo war denn die objektive Berichterstattung, als an Silvester 2015 in Köln hunderte deutsche Frauen von Migranten sexuell belästigt wurden? Nur durch die Berichte der alternativen Medien wurde das ganze Ausmaß dieser Verbrechen publik. Die Liste des Versagens der öffentlich-rechtlichen Sender ließe sich noch ewig weiterführen. Viele Menschen in unserem Land sehen das mittlerweile auch so und stoppen die Gebührenzahlungen. Gut so! Dieses System der Zwangsgebühren gehört abgeschafft.

Wenn Herr Genghammer schreibt, ohne öffentlich- rechtliche Sender gibt es nur noch seichte Unterhaltung, wird er sich irren, denn es wird eine große Nachfrage nach objektiver und neutraler Berichterstattung bestehen, und da wird es dann auch Privatsender geben, die solche Berichterstattung liefern.

Fritz Händl

Riedering

Die Blockade in Sachsen-Anhalt zur Erhöhung des Rundfunkbeitrages ist eine mutige politische Entscheidung. Nachdem es keine festgelegte Anzahl der Radio-TV-Programme gibt, könnte dort eigentlich reduziert werden. Ob im TV so viele Koch-Shows oder Talkrunden sinnvoll sind, sei auch dahingestellt. In erster Linie soll seitens der Öffentlich-Rechtlichen der Zwangsbeitrag an sich aufrechterhalten werden. Nachdem dieses Jahr die Sender wegen Corona Teile ihres Programmes nicht erfüllen konnten, müsste sogar ein Einnahmenüberschuss vorhanden sein. Ob aus Kostengründen irgendwann die UKW-Sender abgeschaltet werden, dürfte noch offen sein. Das Abschalten von Sendern mit sehr kleiner Leistung mangels Hörern könnte ich mir durchaus vorstellen. Andererseits wird dieses Land mit DABplus-Sendern geradezu zugepflastert, die Kosten dafür dürften auch nicht gerade klein sein.

Vor einigen Jahren gab es noch Langwellen-Sender, ein einziger davon hätte einen Großteil Deutschlands versorgt. Ob es denkbar wäre, ein von Zwangskosten befreites einfaches „Dudelradio“ auf die Füße zu stellen, finanziert mit der Mehrwertsteuer, die beim Kauf von Radio- und TV-Geräten anfällt? Für das „normale“ Programmpaket würden, wie bisher dann bei gewünschter Nutzung, Gebühren fällig. Dieses Jahr war auch 100 Jahre Rundfunk, die analoge Technik gibt es nur noch bei einigen Museen mit Kleinstsendern. Die digitalen Systeme werden erst gar nicht so alt.

Dieter Placht

Bruckmühl

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