Novellierung ausgebremst

Zum Artikel „Jägerpräsident Vocke zieht sich zurück“ (Bayernteil):

Es ist bemerkenswert, wie sich mit den Staatssekretären Roland Weigert (FW) und Gerhard Eck (CSU) zusammen mit dem CSU-Abgeordneten Alexander Flierl drei Politiker für den verwaisten Präsidentenposten beim Bayerischen Landesjagdverband (BJK) anbiedern. Roland Weigert gibt sich zuversichtlich, dass er den mit 5000 Euro pro Monat dotierten Job des Chef-Lobbyisten beim BJV neben seinem Staatssekretärsamt im Wirtschaftsministerium arbeitsmäßig gut bewältigen kann. Wenn aber diese beiden Aufgaben nebeneinander so gut zu schaffen sind, wo ist dann der Unterschied zwischen einem Staatssekretär und einem sogenannten Frühstücksdirektor in der freien Wirtschaft, fragt man sich als Bürger. Würde Herr Weigert zum BJV-Präsidenten gewählt, dann wären mit Hubert Aiwanger zwei konventionelle Oberjäger die Chefs im Wirtschaftsministerium. Damit wäre der Interessenkonflikt zwischen einer lobbymäßigen „Jagdhütte“ im Wirtschaftsministerium und der Obersten Jagdbehörde im Ressort von Michaela Kaniber offenkundig. Das ginge aber dem großen Koalitionspartner offenbar zu weit, deshalb wird von der CSU der Innenstaatssekretär Gerhard Eck als Kandidat für den BJV-Präsidentenposten gehandelt. Man sieht, wie hier Jagdlobbyismus und die hohe Politik miteinander kungeln. Das ist auch die Erklärung dafür, warum in Bayern eine längst überfällige Novellierung der Jagdgesetzgebung bislang erfolgreich ausgebremst wurde.

Hans Soyer

Rosenheim

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