Nord Stream 2: Erdgas keine Brückentechnologie

Zur Berichterstattung über den Bau der Gas-Pipeline Nord Stream2 (Politikteil/Kommentar):

Bei den Berichten zur umstrittenen Erdgaspipeline wird in erster Linie von Provokation, Sanktionen oder Streit geschrieben. Vor allem handelt es sich bei Nord Stream 2 um eine Pipeline, die einen fossilen Energieträger liefern soll. Methan hat eine bis zu 84-fache Treibhaus-Wirksamkeit wie CO2, die vor allem bei der schlampigen Förderung und durch Leckagen auf seinem langen Weg nach Deutschland freigesetzt wird.

Dass bei der Verbrennung dann auch noch CO2 emittiert wird, scheinen die großen Energieversorger noch nicht zu wissen. RWE, Eon und Co. werden nicht müde, Erdgas als sauber darzustellen.

Und die unionsgeführte Bundesregierung langweilt uns seit vielen Jahren mit Erdgas als Brückentechnologie. Doch auch die SPD möchte Nord Stream2 schnellstens zu Ende bringen und gründete dafür eigens eine Stiftung – unter anderem mit Gazprom. Der Altkanzler lässt grüßen. Wenn wir wirklich noch eine Chance haben wollen, den Klimawandel zu begrenzen, dann müssen wir sofort alles tun, um eine 100-prozentige Versorgung durch erneuerbare Energien zu erreichen.

Ganz im Gegensatz zu Öl, Gas, Kohle und Uran sind erneuerbaren Energien Friedensstifter, sie halte die meiste Wertschöpfung in der Region, emittieren keine Treibhausgase und sind prinzipiell kostenlos. Statt sich jedoch dafür ehrlich und aufrichtig einzusetzen, regiert in Berlin nur Verlogenheit und Feigheit. Da bleibt man lieber abhängig von den Putins und Erdogans dieser Welt.

Roland Schrödl

Waldkraiburg

Kommentare