Nur noch Fußball-Söldnertruppen

Zum Artikel „Präsident für alle“ (Sportteil):

Sehr geehrter Herr Hainer, es freut mich ja, dass sie nicht wollen, dass der FC Bayern München seine Identität verliert. Aber Herr Rummenigge hat dafür gesorgt, dass es leider schon so ist. Der FC Bayern hat mit Deutschland oder gar Bayern nicht mehr viel zu tun. Im Kader stehen nur noch sechs deutsche Feldspieler, die für die Startaufstellung überhaupt infrage kommen. Gegen Belgrad standen nur drei deutsche Spieler in der Startaufstellung, aber vier französische. Auch der Sportdirektor und der Trainer sind Ausländer. Ich tue mich da mit Identifikation sehr schwer, von der baye rischen Identität ganz zu schweigen.

Das letzte bayerische Element, Thomas Müller, wird ja gerade demontiert. Ich hoffe, Sie (und Herr Kahn) ändern das schnellstens.

Diese Tendenzen stören mich aber nicht nur beim FCB, sondern auch bei den anderen Bundesliga-Vereinen. Früher habe ich zu allen deutschen Teams im Europacup gehalten. Aber wenn jetzt zum Beispiel Leipzig, Frankfurt oder Dortmund quasi ohne meine Landsleute spielen, warum sollte ich zu denen halten?

Auch international wird’s immer schlimmer. In England spielen eh keine Engländer mehr, und bei Inter und Neapel keine Italiener.

Früher konnte man die Europacup-Spiele noch als Ländervergleiche sehen, aber jetzt sind es nur noch zwei Söldnertruppen, die gerade zufällig bei diesem oder jenem Verein ihr Geld verdienen. Mehr nicht.

Das Bosman-Urteil müsste zurückgenommen werden, damit nicht der komplette Vereinsfußball im Söldnertum erstickt.

Karl Riedl

Bad Endorf

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