Nicht nur Semiten

Zu "Jeder Angriff schmerzt" im politischen Teil:

Auch mich beunruhigt eine leider noch weit verbreitete Judenfeindlichkeit in Deutschland und anderen Ländern Europas. Mehr als 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollten alle gelernt haben, dass man andere Menschen nach ihrem Charakter und nicht nach der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft beurteilen sollte.

Am Interview mit Frau Knobloch stört mich aber, dass der Begriff "Antisemitismus" statt des korrekten Begriffs "Judenfeindlichkeit" verwendet wird. Die rechtsradikalen Kreise haben nämlich selten Hass gegen die nachweislich semitischen Menschen arabischer Länder, sondern nur gegen Menschen jüdischen Glaubens. Außerdem ist heute wissenschaftlich erwiesen, dass die Juden kein eigenständiges Volk sind, wie dies in der Antike noch der Fall war, und erst recht keine Rasse, wie dies unter Adolf Hitler propagiert wurde. Durch zahlreiche Konvertiten und Einheiratungen innerhalb der letzten 2000 Jahre hat der semitische Anteil der Juden ständig abgenommen. So sind die heutigen Ostjuden überwiegend Nachfahren der Chasaren, die im Mittelalter in der heutigen Ukraine lebten und in großer Zahl zum Judentum wechselten.

Mit dieser Frage hat sich der israelische Staatsbürger und Geschichtsprofessor an der Universität Tel Aviv, Shlomo Sand, in seinem Buch "Die Erfindung des jüdischen Volkes" intensiv befasst. Übrigens sind die Germanen im Gegensatz zu der indo-iranischen Volksgruppe keine reinen Arier, sondern ein Mischvolk aus indoeuropäischen Stämmen und den Menschen der Megalith-Kultur.

Michael Arends

Rimsting

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