Nicht alle Rennradfahrer in einen Topf schmeißen

Zur Berichterstattung über die Verkehrsregeln für Radfahrer (Regionalteil/Leserbriefe):

Es ist eine lobenswerte Idee, die Verkehrsregeln für Auto- und Radfahrende ins Gedächtnis zu rufen und auch die Notwendigkeit gegenseitiger Rücksicht zu betonen. Allerdings möchte ich noch auf einige Regelungen hinweisen, die in dem Artikel nicht zur Sprache kommen, aber im täglichen Verkehr in und um Rosenheim wichtig sind:

- Radfahrer müssen Geh-/ Radwege und Radwege benutzen. Dazu zählen aber nur Wege, die mit den Zeichen 237, 240 oder 241 gekennzeichnet sind, nicht Gehwege mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“. Als Faustregel kann man sich merken: Nur wo ein blaues Schild mit weißem Fahrrad steht, gilt die Benutzungspflicht. Sie gilt nicht, wenn die vorgesehene Verkehrsfläche (zum Beispiel durch Fußgänger oder parkende Autos) blockiert ist oder sich in einem schlechten Zustand befindet. Dann darf (unter Rücksicht) auf die Straße ausgewichen werden.

- Der vorgeschriebene Überholabstand für Autos gilt auch dann, wenn Radfahrende auf einem abmarkierten „Schutzstreifen“ fahren. Kann der Abstand nicht eingehalten werden, muss man hinterherfahren. Wenn die Polizei hierüber viele Menschen aufklären möchte, empfehle ich die Stoßzeit auf der Innstraße.

- Der erwähnte „übliche Sicherheitsabstand“ beim Hinterherfahren muss laut Paragraf 4 StVO „in der Regel so groß sein, dass auch dann (...) gehalten werden kann, wenn (...) plötzlich gebremst wird“. Dass die Straßenverkehrsordnung bisher noch kaum zwischen mehr und weniger gefährdeten Verkehrsteilnehmern unterscheidet, ist ein Erbe der Vergangenheit, das uns wohl noch einige Zeit begleiten wird. Jede/r von uns hat aber die Möglichkeit, dem Verkehr in Städten und Gemeinden seinen eigenen Stempel aufzudrücken und durch entspanntes Verhalten zu mehr Lebensqualität beizutragen.

Frank Wiens

Stephanskirchen

Man darf oder sollte unter der Überschrift „Rasende Rennradler“ nicht alle in einen Topf stecken. Die Rennradler, die den Autofahrern den Stinkefinger oder die Faust zeigen, die haben kein Hirn und leben gefährlich. Wir sind vier Freunde ab 45 Jahre und topfit. Es ist normal, dass man sich umdreht, schaut und Handzeichen gibt. Wir sind alle Mitglied in Rennvereinen und keiner von uns möchte ausgeschlossen werden wegen so etwas. Ein Appell an den Leserbriefschreiber Herrn Maier: Wie wäre es, wenn Sie selbst mit dem Rennrad fahren? Vielleicht macht es Ihnen sogar Spaß und Sie sehen dann auch die guten Rennfahrer darin.

Reimund Eberlein

Rosenheim

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