„Neuperlach des Inntals“

Zum Artikel „Blick in die Geschichte: Als die Gebirgspioniere Abschied aus Brannenburg nahmen“ (Regionalteil):

Der Artikel zeigt, wie kurzsichtig und ohne eine mittel- oder längerfristige Perspektive Politiker ihre Entscheidungen treffen. Der frühere Standort Brannenburg liegt mir persönlich am Herzen, da bereits mein Vater von 1935 bis 1937 seine Ausbildung bei den 100er-Gebirgsjägern hier ableistete. Ich wurde dann 1968 für 18 Monate zum Gebirgsbataillon 8 in die gleiche Kaserne eingezogen. Zu dieser Zeit war der Kalte Krieg auf seinem Höhepunkt.

Ich habe die Kameraden von 1968 im Jahr 2018 anlässlich des 50. Jubiläums unserer Einberufung zu einem „Reservisten-Treffen“ eingeladen. In diesem Zusammenhang gehörte natürlich der Besuch der Stätte unseres früheren Wirkens in der Kaserne und der dazugehörigen Außenanlagen dazu. Sie war nicht mehr da. Bei allen Kameraden war nur Enttäuschung und Entsetzen zu sehen.

Die aushängenden Immobilienpreise trieben einigen einen stark erhöhten Blutdruck in den Kopf. Wo waren bloß die gemeindlichen Vertreter, wo waren Bürgermeister der Anliegergemeinden von Brannenburg, Flintsbach und Nußdorf, als es galt, sich für ihre Bürger einzubringen? Ich sehe in der Auflösung des Standortes und dem Verkauf des Areals mit einer Größe von circa 21 Fußballfeldern an einen sogenannten privaten Investor in einer der schönsten Lagen des Inntals eine katastrophale Fehlentscheidung der BIMA.

Wenn meine Informationen zum Verkaufspreis von vier Millionen Euro stimmen, sollte sich die Staatsanwaltschaft mit diesem Fall befassen und der Bund der Steuerzahler sollte versuchen, das aufzuklären. Die Bezeichnung „Dahoam im Inntal“ des Baugebietes durch den Bauträger halte ich für eine Verhöhnung der Bevölkerung des Inntals. Man sollte dem Vorhaben den Namen „Neuperlach des Inntals“ geben.

Josef Stein

Frasdorf

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