Naturschutz in der Zwickmühle

Die Biber haben die Rinde abgenagt und damit wohl das Todesurteil für diesen Baum gesprochen. Fritz

Zur Berichterstattung über die Biber-Problematik (Regionalteil):

Vor ein paar Jahren siedelte sich im Naturschutzgebiet am Stettner See bei Rimsting, wie mittlerweile in fast allen unseren natürlichen Gewässern, eine Biberfamilie an. Vor einem Jahr fand zusammen mit dem amtlichen Naturschutz und dem zuständigen Revierförster eine Begehung und Diskussion statt. Es wurde diskutiert, ob man den 4,5 Hektar großen See zur biberfreien Zone erklären sollte, weil die Tiere anfingen, uralte Buchen und auch einige Tannen am Ufer zu schädigen. Der Naturschutz entschied sich aber für die Biber und damit zwangsläufig gegen die alten Bäume. Innerhalb von einem Jahr ist kaum mehr ein Baum am Ufer unbeschädigt. Das Holz ist den Bibern zu hart um die Bäume zu fällen, aber soweit sie sich aufrichten können, beißen sie die Rinde ab, wodurch der Saftfluss unterbrochen ist und die Bäume im Sommer dann absterben. Der Naturschutz sollte die schnell steigende Biberpopulation überdenken, Prioritäten setzen sowie „Wald vor Wild“ abwägen und nicht auf einem Auge blind bleiben. Das moderne Jagdhandwerk hat in erster Linie für das Gleichgewicht in der Natur zu sorgen und tut es vorbildlich bei allen Wildtieren, wo es notwendig ist. Warum darf es dann bei den Bibern nicht sein? Würden die Jäger beim Rehwild nicht regulierend eingreifen und jedes Jahr rund 300 000 Rehe in Bayern abschießen, käme kein Baum mehr hoch, weil Rehe in der von uns geschaffenen Kulturlandschaft ein Schlaraffenland vorfinden und zudem keine natürlichen Feinde mehr haben. Biber haben auch keine natürlichen Feinde mehr, dafür aber die guten Freunde bei der Naturschutzbehörde. In Anlehnung an den alten Indianerspruch könnte es in ein paar Jahren heißen: „Wenn der letzte alte Baum am Stettner See gestorben ist, werdet Ihr feststellen, dass man doch einige Biber hätte abschießen sollen!“

Hans Fritz

Bad Endorf

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