Nachverdichtung oder Angst vor Veränderung

Zum Bericht „Die Anlieger gehen auf die Barrikaden“ (Lokalteil):

In schöner Offenheit erklärt unter anderem Herr Schwunck, Bauamtsleiter der Waldkraiburger Stadtbau, dass im Adalbert-Stifter-Weg nur deswegen so groß gebaut werden muss, weil die Grundstücke so teuer sind. Es sind also rein wirtschaftliche Gründe, die die Art des Bauens bestimmen.

Verkürzt gesagt: Der Profit entscheidet, wie das Ortsbild unserer Städte und Dörfer aussehen soll. Schön, dass dies ein Vertreter eines kommunalen Bauträgers so ehrlich ausspricht. Dieses Denken hätte ich eher von privaten Investoren erwartet.

Norbert Vollmeyer

Aschau

Sind Sie für Umweltschutz, Erhalt von Waldflächen, gegen den Flächenfraß? Über 90 Prozent der Waldkraiburger würden wohl diese Frage mit „Ja“ beantworten! Sind Sie für die Schaffung von neuem, dringend benötigtem Wohnraum? „Ja natürlich!“ Geht es darum, dass nachhaltiger neuer Wohnraum auf kleiner Grundstücksfläche – und damit mit geringer Flächenversiegelung – gebaut wird, was bedeutet, dass sinnvollerweise in die Höhe gebaut wird und Tiefgaragen entstehen, dann gehen Anwohner – nicht nur in Waldkraiburg, sondern auch in Mühldorf – auf die Barrikaden.

Oftmals steht dahinter die Furcht vor der Veränderung der alten gewachsenen Struktur in der Straße; die Furcht, dass neue Bewohner in größeren Wohneinheiten diese stören könnte; das Festhalten am fast dörflichen Charakter mit kleinen Häusern auf großen Grundstücken; die Angst, dass das eigene Grundstück an Wert verliert – auch wenn das Gegenteil der Fall ist.

Aber wie will eine Stadt wie Waldkraiburg oder Mühldorf wachsen, Wohnungen für die eigenen und für Neubürger schaffen? Auf der grünen Wiese oder durch Abholzung von Wald? Oder kostengünstig im vorhandenen Siedlungsgebiet, wo die Infrastruktur bereits vorhanden ist? Ein viergeschossiges Wohnhaus sollte das Ziel der Stadtentwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit, des Umwelt- und Naturschutzes für Städte wie Waldkraiburg und Mühldorf sein!

Ich hoffe, unsere Lokalpolitiker sind so weitsichtig, um dies zu erkennen und sich nicht von partikulären Anwohnerinteressen einschüchtern zu lassen.

Josef Christian Angstl

Kraiburg

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