Nachhaltige Lösung statt Prestigeprojekt

Zum Leserbrief von Ulrich Vollert zum Thema „Grünen-Spitze möchte neue Autobahnen und Bundesstraßen stoppen“ und Brennerbasistunnel:

Die CSU ist seit Langem für die neue Trassenplanung zum Brennerzulauf verantwortlich. Sie wird schon erklären, warum die neue Strecke sinnvoll und notwendig ist; warum viele Millionen Euro mehr zu verbauen sind; warum man den wichtigen Verkehrsknoten Rosenheim vom internationalen Personenverkehr abkoppeln will; warum während der Bauzeit extreme Emissionen in Kauf zu nehmen sind – und nicht zuletzt, warum unsere Heimat verschandelt wird.

Ob eine Neubaustrecke bedarfsmäßig den Vorrang vor der Ertüchtigung und dem mehrspurigen Ausbau der Bestandsstrecke haben soll, lässt sich bei einem derart komplexen Projekt dieser Größe als gemeiner Bürger kaum beurteilen. Bei dem unbedingten Willen der CSU, prestigeträchtige Projekte durchzuboxen und mitunter eine Bauchlandung zu erleben (Maut), sollten aber die Eingangsparameter für ein Ergebnis sorgsam hinterfragt werden.

Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, wie schnell und radikal sich Voraussetzungen verändern können. Ich wünsche mir morgen keine Entscheidung mit Randbedingungen von vorgestern. Als Mangfalltaler stelle ich mir die Frage, warum gerade die westlichen Trassenlösungen im Vergleich zu den übrigen Abschnitten nur oberirdisch verlaufen. Sind es rein technische Gründe oder waren wir nicht laut genug? Ganz abgesehen davon durchschneidet die Westtangente unsere hochbesiedelte Landschaft und beeinflusst Naherholungsgebiete und ökologisch hochwertige Flächen in einem nicht hinnehmbaren Maße. Ich hoffe auf den Ausbau der bestehenden Trasse. Wir brauchen weder ein bundesweites Vorzeigeprojekt, noch braucht es ein Millionengrab wie den BER. Es braucht eine nachhaltige Lösung.

Wolfgang Huber

Bruckmühl

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