Muss die Lobpreisung auf den Chiemgau englisch sein?

Zur Berichterstattung über die Werbekampagne „ChiemNow“ des Vereins Chiemgau Tourismus (Lokales und Wirtschaft in der Region):

Ohne Zweifel hat es auch der regionale Tourismus in der Corona-Krise schwerer als früher, Gäste aus aller Welt hierher zu locken. Offenbar genügt es jedoch nicht, die natürlichen Schönheiten des Landes und die Freundlichkeit seiner Gastgeber zur Sprache kommen zu lassen, sondern es war endlich Zeit, den hässlichen Wortteil „-gau“ durch ein jedermann verständliches englisches Wort für „jetzt“ also mit „-now“ zu ersetzen. Ich habe keine Ahnung, wieso die Wortschöpfer glauben, die deutsche Sprache allein reiche für die Lobpreisung des Landes zwischen Chiemsee und Inn nicht mehr aus. Und weil wir schon dabei sind, sollten sich die Trachtenvereine ebenfalls überlegen, ob sie die „Gaue“ nicht durch das englische „now“ ersetzen sollten. Vermutlich findet dann das nächste Now-Plattling tatsächlich in Plattling statt und im Zuge der Bekämpfung einer rechtsextremen Partei fügte sich das Wort Now-Country nahtlos in die laufende Berichterstattung ein. Nothing for ungood.

Hans M. Stratbücker

Bad Aibling

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